"Ambulant vor stationär"

Patienten in Wien sollen in Ambulanz operiert werden

Die Stadt Wien baut die ambulante Versorgung massiv aus. Patienten sollen weniger oft stationär im Spital landen und verstärkt online beraten werden.
Thomas Peterthalner
12.11.2025, 13:06
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"Die gesamte Gesundheitsversorgung wird ambulanter", kündigte nun Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SP) im Wiener Rathaus an. Patienten sollen, falls möglich, verstärkt nicht stationär aufgenommen werden, festgehalten ist das im Strukturplan 2030. Stadt Wien und die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) wollen bis 2030 die Zahl der regionalen Gesundheitszentren mehr als verdoppeln: von 70 auf 169 Gesundheitszentren.

Neun Frauengesundheits-Zentren

Darunter fallen Primärversorgungseinheiten, Kinderzentren, Erstversorgungsambulanzen, Frauengesundheitszentren, Wundzentren, Diabeteszentren und Schmerzzentren. "Ein besonderes Herzensanliegen ist mir der Ausbau der Angebote für Frauen sowie für Kinder und Jugendliche. So wollen wir bis 2030 in Wien neun Frauengesundheits-Zentren umsetzen – das ist eine Steigerung von null auf neun", erklärte ÖGK-Wien-Chefin Agnes Streissler-Führer.

Zentrum für ambulante OPs

Die Kinder- und Jugendheilkunde wird von elf auf 14 Einheiten erweitert, die Diabetes-Zentren von einem auf drei. Insgesamt sollen mindestens 80 Primärversorgungszentren entstehen. Auch ein Zentrum für ambulantes Operieren ist geplant – genauso wie eigene Zentren für Herzschrittmacher und Schilddrüse.

ÖGK-Wien-Chefin Agnes Streissler-Führer.
Sabine Hertel

Mehr Ärzte geplant

"Um dies zu erreichen, braucht es mehr ärztliches Personal, das geplante Versorgungsangebot soll daher um 24 Prozent auf 3.400 Stellen bis Ende 2030 erhöht werden", so die ÖGK-Wien-Chefin. Fast zwei Drittel davon – rund 2.180 Stellen – sollen in der Primärversorgung angesiedelt werden.

Weniger Übernachtungen in Spitälern

"Es wird zahlreiche Behandlungen geben, die zwar die Infrastruktur eines Spitals bedürfen, aber keine Überwachung über Nacht erfordern", erklärt Hacker. Die Zahl der tagesklinischen Plätze soll deshalb um über 50 Prozent steigen – von 650 auf 1.000. Gleichzeitig werden spezialisierte Fachambulanzen und interdisziplinäre Teams ausgebaut.

800 Betten weniger in Wien

Was bedeutet das für die klassischen Spitalsbetten? "Der medizinisch-technische Fortschritt macht diese Anpassung möglich – die durchschnittliche Verweildauer wird immer kürzer. Es zählen nicht die Betten, sondern die Leistungen", so Hacke. Die Zahl der stationären Betten in den städtischen Spitälern wird deshalb um rund 800 reduziert – auf etwa 8.400 im Jahr 2030.

Nicht in allen Bereichen wird gekürzt. Besonders bei neurologischen, psychiatrischen, pädiatrischen und geriatrischen Fällen wächst der Bedarf. Die Betten für Akutgeriatrie und Remobilisation sollen sogar von derzeit 384 auf 884 steigen – also mehr als verdoppelt werden.

Digital vor ambulant und stationär

"Digital vor ambulant und stationär", lautet das Motto. Der Erstkontakt soll für Patienten immer mehr online stattfinden. Über die Rufnummer 1450 können Wienerinnen und Wiener bereits jetzt Ersttermine in Spitalsambulanzen und einzelnen Primärversorgungseinheiten buchen. Diese Möglichkeit wird künftig auf sämtliche Gesundheitsanbieter in Wien ausgeweitet. Auch die ärztliche Videoberatung wird ausgebaut – und fix im Strukturplan verankert.

1450 als Drehscheibe

Die Plattform 1450 wird zum Dreh- und Angelpunkt der neuen Versorgung – inklusive Videoberatung, Online-Triage und direkter Terminvergabe. Der Apothekerruf 1455 ist bereits in 1450 integriert und die Geburtsinfo.wien bietet Informationen rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

{title && {title} } pet, {title && {title} } Akt. 12.11.2025, 18:17, 12.11.2025, 13:06
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