Australien hat es vorgemacht, jetzt soll Österreich folgen: Die Rede ist von einem Social Media Verbot für Jugendliche, für das sich nun die SPÖ einsetzt.
In einer Aussendung fordern Vizekanzler Andreas Babler, Staatssekretär Jörg Leichtfried und Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig, dass auch in Europa "klare Regeln zum Schutz junger Menschen entwickelt" werden.
Babler habe bereits im Juni auf europäischer Ebene eine entsprechende Initiative gestartet und dieser sollen sich bereits "zahlreiche andere EU-Staaten angeschlossen haben", heißt es in der Aussendung. Mittlerweile würden sogar eine Mehrheit der Mitgliedsländer ein Mindestalter für die Nutzung von algorithmusgesteuerten Online-Plattformen befürworten.
"Hochemotionalisierende, radikalisierende, gewaltvolle und frauenfeindliche Inhalte werden aus aller Welt ins eigene Zuhause getragen. Dort kommen Kinder und Jugendliche, die sich in einer vulnerablen Lebensphase der Orientierungssuche befinden, mit diesen ungefilterten Inhalten in Berührung“, warnt Vizekanzler Babler. "Den Kindern aber auch den Eltern zuliebe müssen wir rasch handeln."
Aus diesem Grund wolle der rote Chef nun gemeinsam mit den beiden Staatssekretären weiter Druck machen: "Die EU-Kommission ist jetzt am Zug und muss einen konkreten Gesetzesvorschlag vorlegen. Andernfalls werden viele Staaten einen effektiven Jugendschutz auf nationaler Ebene schaffen. Auch wir in Österreich müssen dann innerstaatlich aktiv werden", so Babler.
"Die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen ist das Fundament unserer Gesellschaft. Daher müssen wir die Diskussion über Altersgrenzen für die Social-Media-Nutzung führen. Wir müssen klare Regeln für Plattformen schaffen, um unsere Kinder und Jugendlichen einerseits bestmöglich zu schützen, andererseits auch zu stärken", hält auch Königsberger-Ludwig fest.
"Das Internet wird mehr und mehr zum Rekrutierungs-Hotspot für extremistische Gruppierungen, und dem muss dringend ein Riegel vorgeschoben werden. Es gilt außerdem, in einem ganzheitlichen Ansatz, die Plattformen sicherer zu machen, konsequent gegen problematische, hetzerische Inhalte vorzugehen und die Medienkompetenz der Nutzerinnen und Nutzer zu stärken", führt Leichtfried weiter aus.
Bei einem Verbot allein soll es aber nicht bleiben, hängt Babler an. "Verbote allein werden aber nicht reichen. Wir müssen Jugendlichen das notwendige Rüstzeug mitgeben, ihre Medienkompetenz steigern und Fake-News etwas entgegensetzen", so der Rote.
In ihrer Aussendung verweisen die Roten auch auf den "drastischen Anstieg" der Social-Media-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen. "Drei Viertel der 11- bis 17-Jährigen nutzen in Österreich zumindest ein soziales Netzwerk. Bei den Geschlechtern zeigen sich deutliche Unterschiede: Mädchen nutzen häufiger und intensiver, Burschen sind verstärkt auf Gaming-Plattformen unterwegs."
"Außerdem zeigt sich ein drastischer Anstieg der Social-Media-Nutzung: 2017/18 haben knapp ein Viertel der 11- bis 17-Jährigen ihr Smart-Phone fünf oder mehr Stunden pro Tag benützt, 2021/22 waren es bereits 38 Prozent. Auch hier sind Mädchen stärker betroffen als Burschen: 44 Prozent vs. 32 Prozent", so die SPÖ.