Die Direktverbindung von Linz nach Frankfurt ist zurück – doch der Preis dafür sorgt für massive politische Spannungen. Ab 29. März hebt die dänische Fluggesellschaft DAT wieder mehrmals täglich vom Flughafen Linz ins internationale Drehkreuz Frankfurt ab. Möglich macht das eine kräftige Finanzspritze des Landes Oberösterreich: Bis zu 9 Millionen Euro pro Jahr, insgesamt maximal 36 Millionen Euro über vier Jahre, fließen als Anschubfinanzierung.
Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) spricht von einem wichtigen Schritt für den Wirtschaftsstandort. Die Strecke war im Oktober 2025 von der AUA wegen mangelnder Auslastung eingestellt worden. Nun übernimmt DAT mit Maschinen mit 70 Sitzplätzen die Verbindung. Geflogen wird bis zu dreimal täglich, inklusive Night Stop in Linz. Dank Interlining-Abkommen mit rund 20 Airlines kann Gepäck direkt bis zum Zielort durchgecheckt werden.
Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung begrüßen die Rückkehr der Frankfurt-Flüge. Eine direkte Anbindung an ein globales Drehkreuz sei für ein exportstarkes Bundesland wie Oberösterreich unverzichtbar, heißt es. Kritik kommt hingegen von Grünen, MFG und NEOS. Sie sprechen von Steuergeldverschwendung und fehlender Strategie am Airport.
Und: Jetzt geraten die Grünen frontal mit der SPÖ aneinander. Grünen-Landesrat Stefan Kaineder wirft den Sozialdemokraten ein widersprüchliches Abstimmungsverhalten vor. In einem Facebook-Video zeigt er sich sichtlich verärgert: "36 Millionen Euro für die Billig-Airline, aber keine Förderung für die regionalen Betriebe? Könnt ihr mir das erklären?"
Kaineder kritisiert, dass die SPÖ zuletzt mehrfach Förderungen für kleine und mittelständische Betriebe abgelehnt habe - etwa für die Renovierung eines Traditionsgasthauses oder für einen Heizkesseltausch in einem mittelständischen Unternehmen. Gleichzeitig habe man aber der Millionenförderung für die Fluglinie zugestimmt. "Heute bin ich wirklich einigermaßen irritiert. Die Sozialdemokratie in Oberösterreich hat sich in den letzten Monaten wirklich stark verändert", sagt Kaineder im Video.
Gegenüber "Heute" legt der Grünen-Politiker noch nach: "Das Abstimmungsverhalten der SPÖ in der Landesregierung diese Woche ist äußerst irritierend. Während man kleine und mittelständische Unternehmen bei Sanierung oder Heizungstausch nicht unterstützen möchte, stimmt man für 36 Millionen Euro Förderung für die Flugverbindung nach Frankfurt".
Für Kaineder werden damit sozialdemokratische Werte verraten. "Das ist Politik für das Management der großen Konzerne und nicht für die Betriebe, die unsere Lehrlinge ausbilden und für Wertschöpfung in der Region sorgen."
„Die Grünen haben uns allen in der vergangenen Bundesregierung vorgezeigt, dass sie im großen Stil Geld verbrennen können – ohne an die Konsequenzen zu denken“Nicole TrudenbergerSPOÖ-Landesgeschäftsführerin
Die SPÖ kontert gegenüber "Heute" nicht minder scharf: "Der grüne Landeschef Kaineder beweist leider wieder einmal, dass es ihm an Wirtschaftsverständnis mangelt. Die Grünen haben uns allen in der vergangenen Bundesregierung vorgezeigt, dass sie im großen Stil Geld verbrennen können – ohne an die Konsequenzen zu denken", so SPÖ-OÖ-Landesgeschäftsführerin Nicole Trudenberger. Und weiter: "Wir als SPÖ hingegen wissen, dass jeder Euro nur einmal ausgegeben werden kann und lehnen deshalb Mitnahmeeffekte bei den Wirtschaftsförderungen des Landes konsequent ab."
Man wolle Steuergeld möglichst wirksam einsetzen "und keine grüne oder auch schwarz-blaue Gießkanne". Der Flughafen Linz brauche eine Zukunft, "damit Oberösterreichs Zentralraum mit dem größten europäischen Flugdrehkreuz in Frankfurt verbunden bleibt", unterstreicht Trudenberger, "daran hängen 1.700 Arbeitsplätze und eine Bruttowertschöpfung von mehr als 130 Millionen Euro." Dem grünen Kaineder sei das entweder egal, oder es fehle ihm schlichtweg der wirtschaftliche Weitblick, so die Landesgeschäftsführerin der SPÖ Oberösterreich abschließend.