Österreich jubelt über Gold! Ariane Rädler und Katharina Huber holten mit einer starken Teamleistung sensationell den Olympiasieg in der Kombination. Rädler legte mit Platz zwei in der Abfahrt den Grundstein, Huber behielt im Slalom die Nerven und fuhr das rot-weiß-rote Duo ganz nach oben.
Nach dem historischen Erfolg wurden die beiden von ihren Emotionen überwältigt. In Tränen sprach Rädler über ihre Mutter, die 2019 verstorben ist und an die sie kurz vor der Gold-Fahrt von Huber dachte: "Ich habe mir gedacht, Mama, du musst jetzt auf uns schauen und uns helfen, dass die Kathi das ordentlich runterbringt. Ich habe schon viel mitgemacht, aber ich habe auch ein gutes Umfeld, das mich immer wieder zurückgebracht hat", sagte Rädler, die in ihrer Karriere bereits vier Kreuzbandrisse überwinden musste.
Auch die Beziehung zu Teamkollegin Huber spielte für sie eine große Rolle: "Wir kennen uns schon so lange, sind schon früh gemeinsam Rennen gefahren. Ich habe mir immer gedacht, als ich gehört habe, dass ich die Kombi fahre, hoffentlich mit der Kathi. Dass es jetzt wirklich so ist, ist natürlich der Wahnsinn", so Rädler.
Das neue Format brachte zusätzliche Nervosität, da beide sonst als Einzelsportlerinnen unterwegs sind: "Ich war vor der Abfahrt ehrlich gesagt nervöser als sonst", gab Rädler zu. Huber wusste um den Druck, fühlte sich aber von ihrer Partnerin getragen: "Ich glaube, man macht sich selbst die meisten Vorwürfe, wenn es nicht klappt. Aber ich wusste, dass die Ariane egal wie es ausgeht hinter mir steht."
Mit dem großen Wurf hatten beide zuvor nicht gerechnet. Zu dominant erschien die Favoritenrolle von Mikaela Shiffrin und Breezy Johnson, die ihre Halbzeitführung jedoch noch verspielten: "Die beiden waren die klaren Favoritinnen, aber wir haben gesehen, dass in der Kombination extrem viel passieren kann", erklärte Huber. Nach Rädlers Abfahrt war für sie klar, dass sie volles Risiko gehen musste: "Man hat es bei der Herrenkombi gesehen, auch wenn man unter den Top drei ist, man muss all in gehen."
Am Ende setzten sich Rädler und Huber fünf Hundertstelsekunden vor Deutschlands Duo Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher durch. Bronze ging an Jacqueline Wiles und Paula Moltzan aus den USA. Für Österreich ist es die erste Frauen-Goldmedaille bei Olympischen Spielen seit 2014.