Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un sorgt für Aufsehen: Seine erst 13-jährige Tochter Kim Ju-ae könnte seine Nachfolgerin werden. Das behauptet zumindest der südkoreanische Geheimdienst, berichtet "20 Minuten".
Besonders auffällig: Die Tochter des Diktators ist in den letzten Monaten bei immer mehr offiziellen Anlässen zu sehen. Sie spielt dabei eine so prominente Rolle, dass Experten überzeugt sind – Kim Jong-un bereitet sie gezielt auf seine Nachfolge vor.
Kim Ju-ae ist vermutlich zwischen 12 und 14 Jahre alt. Seit 2022 taucht sie regelmäßig bei staatlichen Feierlichkeiten auf. Mal inspiziert sie mit ihrem Vater eine Interkontinentalrakete, mal zeigt sie sich bei Militärfesten. Im September reiste sie sogar nach Peking zur großen Militärparade – ihr erster Auslandsauftritt. Auf offiziellen Fotos steht sie oft direkt neben Kim Jong-un, teilweise sogar auf gleicher Höhe. Das gilt als klares Zeichen für ihren besonderen Status.
Laut dem südkoreanischen Abgeordneten Lee Seong-kwen ist Kim Ju-ae nicht mehr bloß in Ausbildung, sondern schon mitten in der offiziellen Nachfolgephase. Es gibt Hinweise, dass sie sich bereits zu staatlichen Themen äußert. Beim anstehenden Parteikongress – das wichtigste politische Treffen Nordkoreas, das nur alle fünf Jahre stattfindet – könnte sie erstmals eine größere Rolle einnehmen. Dort werden traditionell die außenpolitischen, militärischen und atomaren Ziele des Landes festgelegt.
Kim Ju-ae ist das einzige Kind von Kim Jong-un und Ri Sol Ju, das offiziell bekannt ist. Zwar vermutet der Geheimdienst, dass es auch einen älteren Sohn gibt – der wurde aber nie öffentlich gezeigt. Umso überraschender ist es, dass ausgerechnet eine Tochter als Thronfolgerin aufgebaut wird. Nordkorea gilt als extrem patriarchalisch. Führungsrollen für Frauen waren dort lange undenkbar. Allerdings hat Kims Schwester, Kim Yo-jong, bereits eine einflussreiche Position im Regime – vielleicht als Vorbild für Ju-ae.
Viele Beobachter fragen sich, warum Kim Jong-un schon jetzt eine 13-Jährige als Nachfolgerin präsentiert. Immerhin ist er selbst noch jung und wirkt gesundheitlich fit. Welche Veränderungen eine weibliche Führung in Nordkorea bringen könnte, ist völlig offen.