Kaum jemand hat Deutschland so lange geprägt wie sie: 16 Jahre war Angela Merkel (71) Bundeskanzlerin. Jetzt brodelt in Berlin die Gerüchteküche. In der CDU wird gemunkelt, dass Merkel als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin gehandelt wird. Sie wäre damit die erste Frau an der Spitze des deutschen Staates. Die "Bild" hat das als Erste berichtet.
Noch gibt's dazu keine offizielle Bestätigung. Aber hinter den Kulissen steigt die Nervosität. Merkel ist auch Jahre nach ihrem Abschied aus dem Kanzleramt 2021, besonders bei den Grünen-Wählern, erstaunlich beliebt. Wie "20 Minuten" schreibt, wird in der CDU spekuliert, dass vielleicht sogar die Grünen – etwa Baden-Württembergs Cem Özdemir – Merkel für das höchste Amt vorschlagen könnten.
Für CDU-Chef Friedrich Merz (70) wäre das eine ordentliche Zwickmühle. Das Verhältnis zwischen ihm und Merkel gilt als schwierig. Schon 2002 hat sie ihn als Fraktionschef abgelöst, später wurde Merz zu einem ihrer schärfsten Kritiker. Auch in letzter Zeit hat Merkel ihn öffentlich kritisiert, etwa wegen seiner Haltung in der Migrationspolitik.
Beide sind zwar Mitglieder der CDU. Doch wenn die Grünen Merkel nominieren, könnte Merz eine Kandidatin aus den eigenen Reihen kaum ablehnen. Genau deshalb wird in der Partei laut 20 Minuten schon überlegt, besonders früh eine eigene Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl im Februar 2027 zu präsentieren. Im Gespräch sind Bildungsministerin Karin Prien (60) und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53). Ob sie aber parteiübergreifend genug Rückhalt hätten, ist offen.
Merkel selbst sorgt derzeit für zusätzlichen Gesprächsstoff. Am 20. Februar wird sie als Ehrengast zum ersten Mal seit 2019 wieder persönlich bei einem CDU-Bundesparteitag dabei sein, berichtet die "Berliner Morgenpost". Eine Rede ist zwar nicht geplant. Aber allein ihre Anwesenheit – und das ausgerechnet bei der Bestätigung von Merz als Parteichef – wird genau beobachtet.
Wo Merkel auftaucht, sind die Säle voll. Viele in der Partei registrieren aufmerksam, dass sie wieder öfter öffentlich zu sehen ist. Ist das nur Pflichtbewusstsein einer Altkanzlerin – oder steckt mehr dahinter? Bis zur Wahl im Februar 2027 ist noch Zeit. Doch das Gerücht um Bundespräsidentin Merkel sorgt schon jetzt für ordentlich Wirbel in der Union.