Absagen-Flut behindert Sotschi-Qualifikation

Eiseskälte, Wind, Schneestürme auf der eine Seite, fehlendes Weiß und frühlingshafte Temperaturen auf der anderen - der Winter hat es im Vorfeld der Olympischen Spiele im Februar in Sotschi und Krasnaja Poljana in sich. Am härtesten traf es mit Absagen bisher die Ski Crosser. Damit gehen nicht nur Qualifikationsmöglichkeiten verloren, sondern auch für die Nominierung wichtige interne Vergleiche.

"Da trainierst den ganzen Sommer und dann musst warten und warten, bis du ein Rennen fahren darfst. Das ist zäh", sagte Andreas Matt, der nach einem Sieg in Val Thorens und einem zweiten Platz in Innichen derzeit hinter dem Kanadier David Duncan Zweiter im Gesamtweltcup ist.

Zumindest die Snowboard-Parallelläufer erhielten am Samstag eine gute Nachricht: Der wegen Schneemangels auf dem Jauerling abgesagte Weltcup findet nun am nächsten Freitag in Bad Gastein statt. "Es war uns wichtig, dass wir vor den Olympischen Spielen in Sotschi noch zwei Parallelslaloms fahren können. Damit haben die Athleten noch zwei Qualifikationschancen", sagte Christian Galler, der sportliche Leiter für Snowboard im ÖSV.

Verbandsinterne Sichtung notwendig

Mit je vier Damen und Herren wird der ÖSV bei Olympia die volle Parallel-Quote ausschöpfen, allerdings benötigt der heimische Verband wie so viele andere Nationen auch noch Rennen für die verbandsinterne Sichtung. Begonnen hat der Snowboard-Weltcup übrigens mit einer Absage im europäischen Hochsommer. Beim Slopestyle-Weltcup im August in Cardrona (Neuseeland) fiel der Herrenbewerb dem Schlechtwetter zum Opfer.

Böse traf es die Ski Crosser. Sie beendeten die Saison 2012/2013 in der Sierra Nevada wegen Wetterkapriolen mit einer Absage - und begannen auch 2013/2014 mit einem Ausfall. In Nakiska (Kanada) ging wegen der extremem Kälte nur jeweils ein Rennen bei Damen und Herren in Szene, das zweite wurde mittlerweile ersatzlos gestrichen. Bereits Ende Dezember wurden die Jänner-Rennen von Megeve (Frankreich) wegen Schneemangels abgesagt, am Freitag ereilte jenen in Bischofswiesen dasselbe Schicksal. Es wären jeweils Doppelveranstaltungen gewesen.

Suche nach Ersatz-Orten

Derzeit wird intensiv nach einem Ersatz-Austragungsort gesucht, denn regulär wären vor 19. Jänner und damit Ende der Quotenplatzerbringung keine Cross-Bewerbe mehr im Programm. Vor der namentlichen Olympia-Nominierung am 27. Jänner steht noch der Kreischberg mit jeweils zwei Rennen an. Österreich hält bei vier Quotenplätzen bei den Herren (Maximal-Kontingent) und drei bei den Damen. Nicht nur für die interne Qualifikation, sondern auch für die Rennpraxis wären Bewerbe dringend notwendig. Positive Zeichen kamen aus Valmalenco in Norditalien, das als Ersatz einspringen könnte.

Die alpinen Skifahrer sind bisher relativ glimpflich weggekommen, auch wenn sie in Nordamerika bitterkalte Temperaturen von weit unter minus 30 Grad erleiden mussten. Die Parallel-Rennen von München am Neujahrstag mussten wegen Schneemangels ersatzlos gestrichen werden, für die Slaloms in Zagreb wurde aber mit Bormio an diesem Wochenende rasch ein Ersatzort gefunden. Es gab einige Trainingsabsagen in Lake Louise, Beaver Creek und Val d'Isere, zudem wurde wegen eines erwarteten Schneesturms in Beaver Creek die Herren-Abfahrt vor dem Super-G angesetzt, beide Rennen fanden dann aber statt.

Skispringer ebenfalls betroffen

Auch die Skispringer haben bereits einen Bewerb eingebüßt. In Kuusamo (Finnland) wurde wegen ungünstiger Windbedingungen nach 37 Athleten abgebrochen und schlussendlich abgesagt. Der Bewerb wurde schließlich ersatzlos gestrichen. In der Woche davor hatte es zum Saisonstart in Klingenthal einen Eklat gegeben. Der Österreicher Gregor Schlierenzauer und der Norweger Anders Bardal reagierten auf die Wind-Farce auf ihre Weise, sie traten nach endlosem Zuwarten nicht mehr zum ersten Durchgang an. Der zweite Durchgang fand nicht mehr statt.

Noch ohne Rennverlust kamen die Langläufer davon, jedoch erzwang Frühlingswetter eine Programmänderung im Rahmen der Tour de Ski in Oberhof. Da wegen Schneemangels nur eine 1,5-km-Runde präpariert werden konnte, wurden die Klassik-Verfolgungsrennen abgesagt und dafür Freistilsprints angesetzt. In der Nordischen Kombination musste ebenfalls improvisiert werden. Beim Weltcupauftakt in Kuusamo wurden wegen starkem Wind ebenfalls Bewerbe getauscht. In Schonach war das Kombi-Springen abgesagt worden, die Ergebnissen des provisorischen Wettkampfsprungs wurden herangezogen, sodass es bis dato noch keinen Verlust gibt.

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