Langsam wird es ernst: Die beliebten TV-Ermittler Harald Krassnitzer (Moritz Eisner) und Adele Neuhauser (Bibi Fellner) lösen am 26. April ihren vorletzten Fall. In der "Tatort"-Folge "Gegen die Zeit" (ORF2, 20.15 Uhr) muss das Kult-Duo den Mord an einem umstrittenen Leiter einer sozialpädagogischen WG für männliche Jugendliche aufklären.
Für Drehbuchautorin und Regisseurin Katharina Mückstein war es eine große Freude, "ein zweites Mal mit den beiden zu arbeiten, bevor sie aufhören. Und, dass ich dazu auch noch selber schreiben konnte", erzählt sie im "Heute"-Gespräch.
Das Besondere war, einen Film zu machen, "wo es vor allem um Beziehungen und die Psychologie hinter einer Tat geht. Es war eine besondere Herausforderung, weil es eben das vorletzte Mal ist und es war und dieser Abschiedsschmerz über der ganzen Produktion hing. Wir haben alle sehr stark gespürt, dass jetzt langsam das Ende kommt."
Mückstein spürte bei den TV-Kommissaren "eine bestimmte Wehmut, aber auch eine Vorfreude auf die Freiheit, die danach kommt, etwas anderes machen zu können. Das ist ja nicht kein Karriereende. Aber ein Abschied von den Figuren."
Die Regisseurin wollte die stärksten Seiten der beiden Publikumslieblinge herausarbeiten: "Was die beiden besonders macht, ist, dass sie ein richtig gutes Gespür für Situationen und Menschen haben. In meinem Film funktioniert es so, dass Bibi und Moritz in die Geschichten, die ihnen erzählt werden, eintauchen und dann plötzlich bei Dingen anwesend sind, wo sie eigentlich nicht waren", verrät sie. Vom Finale weiß Mückstein noch nichts, das Ende der Kult-Kommissare ist noch geheim.
Offen sprechen will sie jedoch darüber, was sie selbst vor knapp drei Jahren angestoßen hat – abseits der Leinwand. Mückstein deckte Übergriffe beim Film auf und brachte damit eine MeToo-Bewegung in Gang. "Ein gewisses Bewusstsein für Machtmissbrauch und Übergriffe hat sich verstärkt. Jetzt wird offener darüber geredet, wenn etwas passiert. Das finde ich sehr gut", nennt sie das Positive.
"Auf der anderen Seite ist es niederschmetternd zu sehen, dass es für den Großteil der Männer, über die wir vor drei Jahren geredet haben, überhaupt keine Konsequenzen gegeben hat, die arbeiten wieder. Das ist aber keine für die Film- oder Kulturbranche spezifische Erkenntnis. Wir sehen auf der ganzen Welt, dass sexualisierte Gewalt kaum irgendwelche Konsequenzen hat. Das ist wahnsinnig frustrierend und schmerzhaft."
Für Mückstein führte das auch dazu, "dass man sich fragt, wozu exponiere ich mich und spreche öffentlich darüber. Ich habe Drohbriefe bekommen, hatte einen Online-Stalker, der mich mit E-Mails beleidigt und belästigt hat. Ich habe auch innerhalb der Filmbranche sehr heftige Gegenwehr erlebt." Aber: "Ich würde es immer wieder machen, weil es mich so aufregt."