Der heute 63-Jährige stammt noch aus einer Zeit, als am Wiener Gürtel noch der "schöne Ederl" oder der "rote Heinzi" über das horizontale Gewerbe herrschten.
Nach der letzten großen Straßenschlacht in Wien im Jahr 1993 versorgte Rotlicht-Größe Harald "Harry" Hauke zwei Schusswunden selbst. Später lieferte er sich mit Richard Steiner, "Versace" oder "Rocky" erbitterte Kämpfe um die Gürtel-Krone. Im neuen Jahrtausend zog sich der Betreiber einiger legendärer Szene-Etablissements zusehends zurück, sattelte aufs Laufhaus-Business um und saß zwischenzeitlich auch einmal im Gefängnis. Jetzt geriet der Wiener völlig schuldlos wieder ins Visier der Justiz.
Offenbar hatte sich ein Unbekannter am Telefon als "Rotlicht-Harry aus Wien" vorgestellt und einen Firmenchef aus Oberösterreich massiv bedroht und 100.000 Euro gefordert. In mehreren Sprachnachrichten sei dem Betroffenen eine "Problemlösung ohne Anwalt und Richter" angeboten worden, ansonsten würden "zwei Mitarbeiter vorbeikommen". Der Betroffene und seine Frau zitterten, berichteten von "Psychoterror".
Gegen den echten Harry Hauke wurde folglich wegen versuchter Erpressung ermittelt, der Wiener wurde zur Einvernahme nach Steyr (OÖ) eingeladen – obwohl er mit der Sache absolut nichts zu tun hatte: "Mein Mandant kennt keinen der Beteiligten", wetterte sein Anwalt Mathias Burger gegenüber "Heute".
Hauke musste dennoch hunderte Kilometer fahren, "des bin ned i" aussagen – erst danach stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein. Während der echte "Rotlicht-Harry" über eine Anzeige wegen falscher Verdächtigung, übler Nachrede und missbräuchlicher Verwendung seines Namens nachdenkt, befindet sich der falsche Harry auf freiem Fuß.