Immer mehr Patienten, immer weniger Hausärzte – besonders während Infektionswellen stößt das ohnehin schon angespannte Gesundheitssystem oft an seine Grenzen. Ein neues Projekt der Linzer Johannes Kepler Universität soll jetzt genau hier gegensteuern.
Mit "MIND" (Medical Intelligence for Next Generation Diagnostics) entwickelt die JKU eine KI, die einen digitalen Erstcheck bei Infekten und Bluthochdruck ermöglicht. Ziel: unnötige Arztbesuche vermeiden und das Gesundheitssystem spürbar entlasten. Die Idee dahinter: Wer nicht unbedingt zum Arzt muss, bleibt zu Hause – und entlastet damit die Praxen.
"Im ersten Schritt liegt der Fokus auf grippalen Infekten und ähnlichen Atemwegserkrankungen sowie auf Bluthochdruck", erklärt Projektleiterin Medina Hamidovic. Genau diese Fälle würden Ordinationen besonders stark fordern.
Anders als viele bekannte Symptom-Apps setzt MIND auf eine Mischung aus Machine Learning, medizinischer Logik und Heimdiagnostik. Das System soll nicht nur Symptome sammeln, sondern eine klare, nachvollziehbare Einschätzung liefern – und bei Bedarf direkt an die richtige Stelle weiterleiten.
"Wir müssen verstehen, was die Menschen in Österreich brauchen, und genau dafür verlässliche und sichere Lösungen entwickeln", betont die Forscherin. Start ist am 1. April, die Laufzeit beträgt zwei Jahre. Ziel: ein sicherer KI-Prototyp "Made in Austria" – mit Potenzial für den Einsatz im echten Praxisalltag.