Der AfD-Bundestagsabgeordnete und sachsen-anhaltische Landesvorsitzende Martin Reichardt steht massiv in der Kritik. Ein aufgetauchtes Foto aus dem Jahr 2020 zeigt den Politiker mit ausgestrecktem linken Arm. Zwei Augenzeugen sollen bestätigt haben, dass es sich um einen Hitlergruß gehandelt habe.
Reichardt weist die Vorwürfe vehement zurück. "Dieses Foto stellt keinen Hitlergruß dar. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie irgendwo einen Hitlergruß gezeigt. Das ist ein Fakt", sagte er. Die Unterstellung sei eine "pöbelhafte Unverschämtheit".
Wie spiegel.de berichtet, erklärte ein Sprecher der AfD Sachsen-Anhalt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, die Geste sei ein "angedeuteter Ritterschlag" gewesen. An die genauen Worte in der fast sechs Jahre zurückliegenden Situation könne sich niemand mehr erinnern.
Politiker mehrerer Parteien reagierten empört. Susan Sziborra-Seidlitz, Grünen-Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, forderte Reichardts Rücktritt: "Ein Hitlergruß ist kein Ausrutscher und kein schlechter Scherz. Wer sich als Parteivorsitzender und Bundestagsabgeordneter derart verhält, ist für politische Ämter in Deutschland untragbar."
Auch der sachsen-anhaltische CDU-Ministerpräsident Sven Schulze äußerte sich deutlich: "Ein Hitlergruß ist ein Bekenntnis, kein Ausrutscher. Wer so etwas zeigt, hat in einem Parlament nichts verloren." Er forderte den AfD-Landeschef-Kandidaten Ulrich Siegmund auf, eine klare Position zu beziehen.
Der Hitlergruß mit dem linken Arm ist in Deutschland ebenso strafbar wie mit dem rechten. Das Oberlandesgericht Hamm stellte dies 2024 in einem Beschluss klar. Es handle sich um eine verbotene nationalsozialistische Grußform.
Reichardt ist seit 2018 AfD-Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt und will bei einem Parteitag im Juli erneut kandidieren. Die AfD Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.