"Haben Geschichte geschrieben"

AfD kratzt an Absoluter – Krimi vor erster Hochrechnung

Die AfD gewinnt die Wahl in Sachsen-Anhalt klar. Doch jetzt beginnt das große Zittern: Nur drei Mandate fehlen zur absoluten Mehrheit.
Newsdesk Heute
06.09.2026, 18:11
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"Wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten. Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben. Es kann so nicht weitergehen. Wir brauchen eine grundsätzliche politische Wende, eine Politik, die sich mit dem eigenen Land beschäftigt."

Das sind die ersten Worte vom AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. Unmittelbar zuvor wurde die erste Prognose zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt veröffentlicht. Seine Partei wird dieser zufolge mit 44,5 Prozent und enormen Abstand die größte Kraft – ein politisches Beben.

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Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze stürzt hingegen auf nur noch 18,5 Prozent ab. Die Linke erreicht 9,5 Prozent, die Grünen kommen auf 9 Prozent und die SPD auf 8 Prozent. Besonders spannend: Das BSW liegt mit genau 5 Prozent direkt an der entscheidenden Hürde. Die FDP ist mit 2 Prozent draußen.

Doch am Wahlabend entscheidet nicht nur der Prozentbalken über die politische Zukunft des Bundeslandes. Entscheidend ist die Sitzverteilung im neuen Landtag. Und genau hier wird es richtig eng.

Nur drei Sitze fehlen der AfD

Nach der ersten Berechnung fehlen der AfD lediglich drei Mandate auf die absolute Mehrheit der Sitze. Das ist deshalb entscheidend, weil die Partei dann auf keinen Koalitionspartner angewiesen wäre.

Spitzenkandidat Ulrich Siegmund könnte mit einer absoluten Mehrheit versuchen, eine AfD-Alleinregierung zu bilden. Es wäre ein politischer Einschnitt: Erstmals würde eine vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei ein deutsches Bundesland regieren.

Eine andere realistische Möglichkeit zur Regierungsbeteiligung hat die AfD derzeit nicht. Die übrigen sicher im Landtag vertretenen Parteien lehnen eine Zusammenarbeit mit ihr ab. Siegmund selbst hatte vor der Wahl erklärt, nur mit einer absoluten Mehrheit regieren zu wollen.

Darum werden die nächsten Stunden zum Krimi

Die ersten Zahlen um 18 Uhr sind allerdings noch keine Hochrechnung auf Basis ausgezählter Wahlbezirke, sondern eine Prognose. Und bei einem Abstand von gerade einmal drei Mandaten können schon kleine Verschiebungen große Folgen haben.

Besonders wichtig wird das Abschneiden der kleineren Parteien. Denn für die absolute Mehrheit braucht die AfD nicht zwingend mehr als 50 Prozent der Zweitstimmen. Entscheidend ist, wie viele Stimmen bei Parteien landen, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Je mehr Stimmen auf Parteien entfallen, die nicht in den Landtag kommen, desto größer wird rechnerisch der Anteil der Sitze für jene Parteien, die den Einzug schaffen.

BSW wird zum entscheidenden Faktor

Damit richtet sich der Blick vor allem auf das BSW. Die Partei liegt in der ersten Prognose exakt bei 5 Prozent. Schon wenige Zehntelprozentpunkte könnten daher enorme Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Landtags haben.

Schafft es das BSW hinein, werden seine Mandate bei der Sitzverteilung berücksichtigt. Scheitert es knapp, werden diese Stimmen bei der Verteilung der regulären Sitze auf die Parteien über der Fünf-Prozent-Hürde nicht berücksichtigt. Auch deshalb können sich die Mehrheitsverhältnisse mit jeder neuen Hochrechnung verschieben.

Im Laufe des Abends fließen immer mehr tatsächlich ausgezählte Wahlbezirke in die Hochrechnungen ein. Damit wird klarer, ob die AfD tatsächlich knapp unter der absoluten Mehrheit bleibt oder doch noch die entscheidenden Mandate dazugewinnt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 06.09.2026, 18:45, 06.09.2026, 18:11
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