Jetzt ist es fix: Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt für ein politisches Beben in Deutschland. Unmittelbar nach dem Schließen der Wahllokale um 18 Uhr wurden die ersten Zahlen veröffentlicht.
Demnach kommt die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auf 44,5 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze erreicht nur mehr 18,5 Prozent. Dahinter folgen die Linke mit 9,5 Prozent, die Grünen mit 9,0 Prozent, die SPD mit 8,0 Prozent und das BSW mit 4,5 Prozent. Die aktuell noch mitregierende FDP fliegt mit 2,0 Prozent aus dem Landtag.
Damit zeichnet sich bereits kurz nach 18 Uhr ein völlig neues politisches Kräfteverhältnis in Sachsen-Anhalt ab. Welche Regierung sich nach der Wahl ausgeht, hängt allerdings auch davon ab, welche kleineren Parteien den Einzug in den Landtag schaffen.
Wichtig: Bei den um 18 Uhr veröffentlichten Zahlen handelt es sich noch nicht um eine Hochrechnung oder gar um das amtliche Wahlergebnis. Die Auszählung der Stimmen beginnt erst nach dem Schließen der Wahllokale.
Die erste Prognose wird von Infratest dimap für die ARD erstellt und basiert auf sogenannten Nachwahlbefragungen. Dabei werden Wähler unmittelbar nach der Stimmabgabe vor ausgewählten Wahllokalen anonym danach gefragt, wie sie gewählt haben.
Für die Prognose in Sachsen-Anhalt waren Befragungen in 180 Wahllokalen vorgesehen. Rund 20.000 Interviews sollten in die Berechnung einfließen. Damit unterscheidet sich die Prognose deutlich von klassischen Umfragen vor einer Wahl: Befragt werden Menschen, die tatsächlich gerade ihre Stimme abgegeben haben.
Deshalb sind die Zahlen bereits ein sehr wichtiger Hinweis darauf, wie die Wahl ausgegangen ist. Trotzdem können sich die Prozentwerte im Laufe des Abends noch verschieben. Besonders bei knappen Abständen oder beim Kampf um die Fünf-Prozent-Hürde kann das entscheidend sein.
Erst mit den ersten ausgezählten Wahlbezirken folgen im Laufe des Abends die Hochrechnungen. In diese fließen dann tatsächliche Stimmen aus den Wahllokalen sowie Daten zur Briefwahl ein. Je mehr Stimmen ausgezählt sind, desto genauer werden die Hochrechnungen.
Das Interesse an der Wahl ist enorm: Rund 1,7 Millionen Menschen waren in Sachsen-Anhalt wahlberechtigt. Bereits bis 14 Uhr hatten mehr als 54 Prozent ihre Stimme abgegeben – Briefwähler waren dabei noch gar nicht eingerechnet. Zum Vergleich: 2021 waren es zu diesem Zeitpunkt erst rund 27 Prozent.