Affenpocken können auch durch Sperma übertragen werden

Während aktiver Infektion sollte man auf jeglichen Sexualkontakt verzichten. Sind die Bläschen bereits am Abheilen, sollten noch weitere drei Wochen Kondome verwendet werden.
Während aktiver Infektion sollte man auf jeglichen Sexualkontakt verzichten. Sind die Bläschen bereits am Abheilen, sollten noch weitere drei Wochen Kondome verwendet werden.Getty Images/iStockphoto
In 14 von 16 Proben konnte das Virus bis zu drei Wochen nach der Infektion nachgewiesen werden. Experten raten zu Kondomen.

Italienische Forscher gehen dem Verdacht nach, dass Affenpocken über Spermien übertragen werden können. Sein Forschungsteam habe das Sperma von 16 infizierten Männern untersucht und in 14 Fällen das Affenpocken-Virus darin nachgewiesen, sagte der Leiter des auf Infektionskrankheiten spezialisierten Spallanzani-Hospitals in Rom, Francesco Vaia. Dieser Befund widerspreche der Vermutung, dass das "Virus nur selten oder zufällig im Sperma" vorkomme, sagte Vaia.

Sexualsekret als Infektionsträger

Affenpocken würden zwar hauptsächlich durch "direkten Kontakt" mit den typischen Pusteln übertragen, "aber unsere Studie zeigt, dass auch das Sperma ein Infektionsträger sein kann". Die Ergebnisse der neuen Studie wurden allerdings noch nicht veröffentlicht oder von unabhängigen Experten überprüft. Vaias Team untersucht inzwischen auch, ob das Affenpockenvirus ebenfalls in Scheidensekreten vorkommt. Zudem versucht es herauszufinden, wie lange das Virus nach Auftreten der ersten Symptome noch im Sperma vorhanden ist.

In einem der untersuchten Fälle sei das Virus noch drei Wochen nach den ersten Symptomen im Sperma nachgewiesen worden, während die Bläschen bereits wieder abgeklungen seien, sagte der Klinikleiter. Er empfiehlt deshalb, auch nach dem Ende einer Infektion weiter Kondome zu benutzen.

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Ausbreitung vor allem in Westeuropa

Bei den Affenpocken handelt es sich um eine weniger gefährliche Variante der seit etwa 40 Jahren ausgerotteten Pocken. Seit Mai breiten sich die Affenpocken vor allem in Westeuropa aus. Zu den typischen Symptomen der Krankheit gehören hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten und Windpocken-ähnliche Pusteln. Übertragen wird die Krankheit durch engen Körper- und Hautkontakt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden seit Jahresbeginn mehr als 3.400 Fälle in mehr als 50 Ländern, darunter auch Österreich, gemeldet. 

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