Eine neue Studie der Institute für Bioanalytik sowie für Nutzpflanzenzüchtung und Genomik an der BOKU in Tulln sorgt für Aufsehen: Erstmals wurde in Niederösterreich das hochgiftige Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 nachgewiesen.
Das Tückische daran: Schon kleinste Mengen dieses Stoffs können Leberkrebs auslösen, er zählt zu den gefährlichsten natürlichen Giften überhaupt. Nachgewiesen wurde das Aflatoxin B1 in Mais – und das sogar in einer Konzentration, die den von der EU festgelegten Grenzwert für Mais überschreitet.
Wie es in einer OTS-Aussendung heißt, wurde der sogenannte TTox-Feldversuch eigentlich gestartet, um den Einfluss des Klimawandels auf Fusarium-Toxine wie Deoxynivalenol zu untersuchen. "Als unser Doktorand Patrick Rennhofer uns den Nachweis von Aflatoxin B1 meldete, waren wir ziemlich überrascht. Wir konnten es kaum glauben und haben eine Wiederholung der Messungen verlangt", berichten die Chemiker Stephan Freitag und Michael Sulyok.
Seit heuer läuft am IFA Tulln der TTox-Monitor-Feldversuch. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich der Klimawandel auf das Auftreten verschiedener Schimmelpilzgifte – sogenannter Mykotoxine – in Weizen und Mais auswirkt. Normalerweise tritt Aflatoxin B1 vor allem in heißen oder tropischen Regionen auf. Dass es nun auch in Niederösterreich gefunden wurde, ist für die Forschenden ein deutliches Warnsignal.
"Die Ergebnisse des ersten TTox-Jahres zeigen eindrucksvoll das Potenzial der interdisziplinären Forschung am IFA Tulln", betonen die Institutsleiter Rudolf Krska und Hermann Bürstmayr. "Ohne die Kombination aus analytischer Chemie und Pflanzenzucht-Expertise wäre diese Studie nicht möglich gewesen."
Die veröffentlichten Ergebnisse machen deutlich, wie stark der Klimawandel die Lebens- und Futtermittelsicherheit auch in Österreich beeinflussen kann. In Zukunft ist damit zu rechnen, dass Aflatoxin B1 hierzulande öfter auftaucht. Das bedeutet: Mehr Kontrolle, weitere Forschung und vorbeugende Maßnahmen werden immer wichtiger. Der TTox-Monitor-Feldversuch wird deshalb noch einige Jahre weitergeführt – unter anderem gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Futter- und Lebensmittelqualität, Sicherheit und Innovation (FFoQSI).
Wer mehr zur Studie wissen will, findet sie unter: https://doi.org/10.1016/j.foodcont.2026.112258