AKH-Arzt von Lauda: "Sein Motor brüllt jetzt wieder"

Die leitenden Ärzte des AKH gaben am Donnerstag Auskunft über Star-Patienten Niki Lauda und verrieten, wie es nach der Entlassung weiter geht.
Niki Lauda durfte das Wiener AKH verlassen und tat dies zu Fuß. Rund zweieinhalb Monate ist es her, als an ihm eine Lungen-Transplantation durchgeführt wurde.

Walter Klepetko, Leiter der Thoraxchirurgie, war am Donnerstag bei der Pressekonferenz über Laudas Entlassung sogar zum Scherzen aufgelegt: "Es freut uns sehr, diesen Ausgang erreicht zu haben. Ein Vergleich aus der Formel 1: Der Motor brüllt wieder, am Fahrgestell müssen wir noch ein bisschen arbeiten."

"Kritisch krank"



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Vor einigen Wochen war die Lage aber nicht nur kritisch, sondern dramatisch. Das wurde deutlich, wenn man den Worten der vier Doktoren aus dem AKH lauschte. "Die Transplantation war die einzig mögliche, lebensrettende Maßnahme", sprach Christian Hengstenberg Klartext – er leitet die Abteilung Innere Medizin im AKH.

Gottfried Heinz, Leiter der Kardiologischen Intensivstation, führte aus: "Herr Lauda war kritisch krank, wurde durch eine Herz-Lungen-Maschine am Leben gehalten. Das ist ein wirklicher Einschnitt am Leben. Die Patienten leben von ihren Reserven. Innerhalb weniger Tage kommt es zum Abbau der Muskulatur. Eine Transplantation ist zwar mittlerweile Routine, aber ein großer Eingriff. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es lange dauert. Sogar junge Patienten müssen da oft wieder gehen oder schlucken lernen, zum Beispiel."

Weg zurück



Darum steht Lauda auch jetzt, nach der erfolgreichen OP und seiner intensiven Betreuung im AKH noch ein langer Weg bevor. Jetzt steht die Reha an, wo sie absolviert wird, bleibt geheim. Thoraxchirurg Peter Jaksch ist optimistisch: "Das Organ funktioniert tadellos. Es ist ein vollkommen normaler Verlauf. Es geht jetzt darum, die Muskeln wieder aufzubauen und den Patienten keimfrei zu halten. Wir sehen es positiv, den Patienten bald nach Hause entlassen zu können."

Wie werde das Leben der 69-jährigen Formel-1-Legende nun aussehen? "Im Wesentlichen ist fast alles erlaubt, man muss nur als transplantierter Patient bewusster Leben und gewisse Situationen vermeiden." Das heißt: Lauda muss gewissen Risiken aus dem Weg gehen. Haustiere im Bett sind beispielsweise verboten. Dafür muss ein strikter Trainingsplan eingehalten werden. "Die Einschränkung, dass er Medikamente schlucken muss und ein erhöhtes Infektionsrisiko hat", beschrieb Jaksch Laudas gesundheitlichen Zustand.

Hier das ganze Pressegespräch zum Nachschauen:



(Heute Sport)

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