Aktivisten benützen Gold-Klo vor VP-Zentrale, flüchten

Gruppenfoto der Fake-Minister
Gruppenfoto der Fake-Minister"Sturm auf den Basti"
Stinkende Protestaktion am Montag vor der Parteizentrale der ÖVP in Wien: Polit-Aktivisten benützten verkleidet ein türkis-goldenes WC und flüchteten.

Bei der ein oder anderen Person, gegen die sich der Protest richtete, dürften wohl böse Erinnerungen geweckt worden sein. Montagvormittag fanden sich rund 15 Künstler vor der ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse ein, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Im Gepäck hatten sie Sekt, Schilder, Masken – und ein goldenes Klo mit türkisem Sitz.

Mit Masken der Gesichter von ÖVP-Ministern bedeckt standen sie also vis-à-vis vom Rathaus, zahlreiche Bilder und Videos hielten die Szenerie fest. "Wir sch***** auf den Rechtsstaat", war zu hören. Daraufhin verrichtete eine als Bundeskanzler Sebastian Kurz verkleidete Person ihr Geschäft in eben jenes Klo.

Auf dessen Grund lag das Büchlein "Vom Wesen und Wert der Demokratie". Verfasser ist Hans Kelsen, der maßgeblich die österreichische Verfassung ausgearbeitet hat. Also was hat es mit dem "stinkenden Protest" auf sich?

Alles sauber?

"Während wir unser Geschäft lediglich am dazu funktional vorgesehenen Ort verrichten, bescheißt die ÖVP mit ihrer korrupten Politik seit langem die gesamte österreichische Bevölkerung", erklärt Josefine Hausner, eine der Aktivisten. Ob Chats, U-Ausschuss oder Rügen des Verfassungsgerichtshofes – fast täglich würden neue Skandale ans Licht kommen. Damit muss Schluss sein, fordern die Aktivisten, die in der Vergangenheit bereits mit ähnlich rabiaten Aktionen Schlagzeilen machten.

Hausner weiter: "Die ÖVP rund um den Self-Marketing-Kanzler Kurz hat es geschafft eine neue Normalität geprägt von Demokratieverdrossenheit und Korruption an den Tag zu legen, bei welcher uns kaum mehr etwas schockieren kann. Der wirklich traurige Fakt an dieser Aktion ist: Sie ist immer noch sauberer als die grausliche Politik der ÖVP."

"Doppelmoral"

Auch auf die jüngsten Ereignisse am Karlsplatz wird Bezug genommen. Während von der Jugend bedingungsloses Gehorsam gegenüber dem Staat erwartet wird, würden Minister den Urteilen von Höchstgerichten erst nach Ansuchen auf Exekution beim Bundespräsidenten Folge leisten. "Dieses einseitige Rechtsverständnis ist wahrlich zum "Scheißen", befindet eine andere Aktivistin abschließend.

Alles in allem verlief die Performance friedlich, es kam zu keinem Schaden. Einige wenige Polizisten waren vor Ort, die das Geschehen und das zurückgelassene WC kritisch beäugten. Ob die Aktion ein rechtliches Nachspiel haben wird, ist noch unklar. Vorerst waren alle Aktivisten unerkannt entkommen.

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