Kaum einer kennt David Alaba so gut wie der ehemalige Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer. Der empfiehlt ihm, Rollen-Diskussion hinter sich zu lassen.
Zwischen 2012 und 2016 verfolgte der 49-Jährige als Bayern-Sportvorstand den Werdegang des ÖFB-Teamspielers aus nächster Nähe. Die zuletzt aufgekommene Kritik am 25-Jährigen kann Sammer nur bedingt nachvollziehen. Als wahre Belastung sieht der Deutsche die fortwährende Positionsdiskussion rund um den Wiener.
"Solange in seinem Kopf - oder in jenen, die ihn umgeben - die Frage herumspukt, ob er als Mittelfeldspieler oder Verteidiger besser ist, werden immer zwei, drei Prozent fehlen", sagte Sammer der Kleinen Zeitung.
Die Debatte um seine Wunsch-Rolle in der Zentrale müsse der Österreicher hinter sich lassen. "David, du bist hervorragend, aber mit zwei, drei Prozent mehr wärst du unantastbar." Bei den Münchnern war Alabas Rolle nie ein Thema.
"Unnötig wie ein Kropf"
Stattdessen sollte Alaba die Diskussionen erst gar nicht aufkommen lassen. "Das geht nur, wenn du selbst mit dir klar bist. Die Diskussion finde ich unnötig wie einen Kropf. Außerdem habe ich nie verstanden, warum die Position des Mittelfeldspielers wertvoller sein soll als die des Außenverteidigers."
Vor allem durch ÖFB-Teamchef Marcel Koller flammt die Frage über die Rolle des Bayern-Stars stets auf. Der Schweizer lässt Alaba trotz Personalsorgen auf der Linksverteidiger-Position weiterhin im Mittelfeld spielen.
Zuletzt vermissten Kritiker auch Alabas Führungsqualitäten. "Bürdet ihm doch keine Rolle auf, der er von seinem Persönlichkeitsprofil noch nicht entspricht", fordert Sammer. "Wenn er 27 oder 28 ist, wird er nach Spielern wie Neuer, Müller oder Hummels eine Führungsrolle einnehmen. Den Intellekt, das Gespür und den Hunger dafür hat er." (wem)