Bayern München schaffte mit David Alaba durch ein 1:1 in Valencia den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale. In der 33. Minute hielten alle Bayern- und Österreich-Fans den Atem an. Antonio Barragan grätschte den 20-Jährigen brutal um, Alaba musste behandelt werden.
Österreichs Jungstar David Alaba bot als Linksverteidiger hinter dem trotz Rippenprellung eingesetzten Franzosen Franck Ribery eine couragierte Leistung. Sein Auftritt wäre aber in der ersten Hälfte beinahe jäh zu Ende gegangen.
Der couragierte Alaba sprintete in Richtung Ball, Gegenspieler Barragan war viel zu langsam. Vom Ball war er zu weit entfernt und foulte den Bayern-Youngster mit gestrecktem Bein. Das Foul war so brutal, dass sogar der an englische Härte gewöhnte Howard Webb sofort zum roten Karton griff und Barragan eine Nachdenkpause verpasste.
Bange Sekunden in Valencia
Alaba musste behandelt werden, den Zuschauern und sicher auch ÖFB-Teamchef Marcel Koller stockte der Atem. Doch der ÖFB-Star hatte Glück im Unglück - nach kurzer Zeit ging es für den Wiener in gewohnt bemühter Spielweise weiter.
Die Bayern agierten in numerischer Überlegenheit fahrlässig, wurden durch einen von Dante mit der Hand abgefälschten Schuss von Sofiane Feghouli bestraft (77.). Thomas Müller rettete aber noch das Remis, nachdem er im Strafraum etwas glücklich an den Ball gekommen war (82.). Mit einem Heimsieg im abschließenden Gruppenspiel gegen BATE Borisow wären die Münchner Gruppensieger. Die Weißrussen waren zuvor dem OSC Lille mit 0:2 unterlegen. Für Frankreichs Meister waren es die ersten Punkte in der Champions League.
Die Chelsea-Blues: Titelverteidiger vor dem Out
Chelsea steht als erster Titelverteidiger der Fußball-Champions-League bereits in der Gruppenphase vor dem Aus. Die Londoner gingen im Schlager der 5. Runde am Dienstag bei Juventus Turin mit 0:3 (0:1) unter. Die "Blues" haben den Aufstieg ein Spiel vor Schluss damit nicht mehr in der eigenen Hand. Fix im Achtelfinale stehen dagegen Schachtar Donezk, Bayern München, Valencia und der FC Barcelona.
Nach vier Ligaspielen ohne Sieg setzte es für Chelsea auch in der Königsklasse einen schweren Rückschlag. Nie zuvor war der Titelträger vor der K.o.-Phase gescheitert. Für Chelsea könnte auch ein Heimsieg gegen den FC Nordsjälland zu wenig sein, zumal Schachtar Donezk nach einem 5:2 bei den Dänen bereits weiter ist. Juventus würde zum Abschluss in der Ukraine bereits ein Remis zum Aufstieg reichen - unabhängig vom Chelsea-Ergebnis.
Chelsea-Trainer Roberto di Matteo hatte in Turin wie angekündigt eine vorsichtigere Aufstellungsvariante gewählt. Anstelle von Fernando Torres stürmte der Belgier Eden Hazard, ein gelernter offensiver Mittelfeldspieler, an vorderster Front. Juve hatte von Beginn an etwas mehr vom Spiel, wurde durch Treffer von Fabio Quagliarella (38.) und Arturo Vidal (61.) belohnt. Quagliarella lenkte einen Schuss von Andrea Pirlo ins Tor, Vidal traf von der Strafraumgrenze. Für den Endstand sorgte Sebastian Giovinco in der Nachspielzeit (91.).
Messi-Doppelpack
Benfica Lissabon wahrte seine Chance mit einem 2:1-Heimsieg gegen Celtic Glasgow. Ola John (7.) und Ezequiel Garay (71.) bzw. Georgios Samaras (32.) erzielten die Tore. Ein Remis hätte den Schotten zum Achtelfinal-Einzug gereicht. Dort steht der FC Barcelona nach einem 3:0 bei Spartak Moskau. Superstar Lionel Messi traf für die Katalanen im Doppelpack, schob sich mit dem 56. CL-Treffer seiner Karriere auf Rang zwei der ewigen Bestenliste.
Die Schützenliste der laufenden CL-Saison führt mit fünf Toren neben Messi und Real Madrids Cristiano Ronaldo auch Braga-Stürmer Alan an. Ein Treffer des Brasilianers war beim 1:3 gegen CFR Cluj aber gegenüber drei des Portugiesen Rui Pedro zu wenig. Braga ist ohne Chance, um den Aufstieg hinter Manchester United kämpfen Cluj und Galatasaray Istanbul. Die bereits als Gruppensieger feststehenden Engländer waren beim 0:1 in Istanbul mit einer B-Elf angetreten. Das Goldtor erzielte Burak Yilmaz per Kopf (53.).
Skandaltor in Dänemark
Schachtars Kantersieg in Dänemark war von einem umstrittenen Treffer überschattet. Stürmer Luiz Adriano traf nach einem Schiedsrichterball, den sein Kollege Willian eigentlich zum Gegner zurückspielen wollte, zum zwischenzeitlichen 1:1 (26.). Nach langen Diskussionen schien es, als ließen die Ukrainer den verdutzten Dänen im Gegenzug ein Kompensationstor schießen, um sich dann doch noch dagegen zu entscheiden.
Lorentzen gelang zwar wenig später bei auffallend wenig Gegenwehr die neuerliche Führung (29.), danach machte Donezk aber durch je zwei Tore von Willian (44., 50.) und Luiz Adriano (53., 81.) ernst. In Österreich war im Jahr 2000 nach einem ähnlichen Vorfall ein Ligaspiel der Wiener Austria bei SW Bregenz (4:1) neu ausgetragen worden. Austria-Stürmer Christian Mayrleb hatte getroffen, nachdem die Vorarlberger den Ball zur Spielunterbrechung absichtlich ins Out gespielt hatten. Das Wiederholungsspiel gewann Bregenz 2:1.
Fußball-Champions-League - Gruppenphase, 5. Runde:
Gruppe E:
FC Nordsjälland - Schachtjor Donezk 2:5 (2:2)
Juventus Turin - Chelsea 3:0 (1:0)
Gruppe F:
Valencia CF - Bayern München 1:1 (0:0)
Bate Borisow - OSC Lille 0:2 (0:2)
Gruppe G:
Benfica Lissabon - Celtic Glasgow 2:1 (1:1)
Spartak Moskau - FC Barcelona 0:3 (0:3)
Gruppe H:
Galatasaray Istanbul - Manchester United 1:0 (0:0)
CFR Cluj - SC Braga 3:1 (3:1)
Fix im Achtelfinale: Manchester United, FC Porto, Malaga, FC Barcelona, Valencia, Bayern München, Schachtar Donezk
Fix in der Europa League (als Gruppendritter in der Runde der letzten 32): BATE Borisow
Fix aus dem Europacup ausgeschieden: OSC Lille, FC Nordsjälland, Spartak Moskau, SC Braga