"Da geht ein Traum in Erfüllung" – so strahlte ÖFB-Teamkapitän David Alaba, als er auf die unmittelbar bevorstehende WM in den USA, in Kanada und Mexiko angesprochen wurde. Seit nunmehr knapp einer Woche befindet sich der Innenverteidiger, der Real Madrid mit Saisonende nach dem Auslaufen seines Vertrages verlassen musste, bereits mit dem rot-weiß-roten Team-Tross in Santa Barbara. Die Vorbereitung auf den WM-Auftakt gegen Jordanien am kommenden Mittwoch läuft auf Hochtouren. "Es ist schon ein Ereignis, für das man auch dankbar ist, es miterleben und Teil davon sein zu dürfen. Wir sind wirklich sehr stolz darauf, dabei sein zu können", meinte Alaba. Er musste 33 Jahre alt werden, um dies mitzuerleben. Österreich war letztmals 1998 für eine WM-Endrunde qualifiziert.
"Für mich persönlich reiht sich das natürlich ganz oben ein, weil es die erste Weltmeisterschaft in meiner Karriere ist. Es ist vielleicht etwas, das mir in meiner Laufbahn noch gefehlt hat", unterstrich der Real-Star die Bedeutung des Turniers. Es sei "etwas sehr Spezielles" für ihn gewesen. Am Ende der Qualifikation musste Rot-Weß-Rot noch einmal zittern, das erlösende 1:1 gegen Bosnien brachte dann das WM-Ticket. "Man hat auch in den Augen meiner Mitspieler gesehen, was es uns bedeutet hat, dieses Ziel zu erreichen", erzählte Alaba, sprach von einem "sehr emotionalen Abend" – damals, im November 2025, im Wiener Ernst-Happel-Stadion.
"Ich persönlich habe nie daran gezweifelt, dass wir es schaffen", erinnerte sich Alaba an die Qualifikationsphase. Man habe gesehen, "welche Einstellung wir als Mannschaft zu diesem Ziel hatten. Ich glaube, dass wir uns die Qualifikation verdient haben, auch wenn es am Ende noch einmal etwas spannend geworden ist."
Auf Alaba wartet jedenfalls eine wichtige Führungsrolle. Auch wenn der Star-Innenverteidiger zuletzt bei Real Madrid nur wenig Einsatzzeit erhielt und längst seinen Stammplatz verloren hatte, baut ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick auf den gebürtigen Wiener. Alaba ist Kapitän, gesetzt in der Innenverteidigung. "Es ist ganz klar, dass ich mittlerweile in einer Phase meiner Karriere bin, in der das Ende vielleicht irgendwo näher rückt", ließ Alaba nun aufhorchen, brachte einen zumindest nahenden Abschied vom Nationalteam ins Spiel. Er kenne seine Rolle in der Mannschaft jedenfalls. "Ich versuche, Verantwortung zu übernehmen, meine Rolle auszufüllen und gleichzeitig ich selbst zu bleiben", so der nunmehrige Ex-Real-Kicker.
"Die Mannschaft macht es mir wirklich sehr leicht", fügte Alaba dann an. Er wolle jedenfalls "Verantwortung auf dem Platz übernehmen", außerdem "als Vorbild vorangehen". Generell habe sich das ÖFB-Team in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. "Die Qualität innerhalb unseres Kaders ist mittlerweile wirklich sehr hoch und das sieht man auch in unseren Spielen. Wir wollen dieses Selbstvertrauen mit in das Turnier nehmen und dort auch liefern", meinte der ÖFB-Teamkapitän, strich den "besonderen Charakter" seiner Mannschaft hervor. "Wir sind eine sehr ehrgeizige Mannschaft. Was uns besonders stark macht, ist, dass wir wirklich als Einheit auftreten", ergänzte Alaba.
Da bleibt aber die Frage: Was ist möglich? Kann Österreich tatsächlich Weltmeister werden? "Ich glaube, das ist etwas, woran wir im Moment nicht denken", so Alaba. Man sei aber jedenfalls zur WM gereist, "um Geschichte zu schreiben. Ob es am Ende für den Weltmeistertitel reicht, weiß ich nicht. Aber wir sind eine Mannschaft mit großen Träumen, die diese auch verfolgt."