Das Wiener Hilfswerk schlägt Alarm: Die Zahl der armutsgefährdeten Menschen steigt, doch die Spenden in den Sozialmärkten brechen ein. Besonders betroffen sind frische Produkte wie Obst und Gemüse – für viele ohnehin schon kaum leistbar.
"Die Armut ist groß", bringt Simon Blatzer, Geschäftsführer des Wiener Hilfswerks, die Lage auf den Punkt. In den zwei Sozialmärkten des Hilfswerks in Neubau und Penzing habe sich die Zahl der versorgten Haushalte in nur zwei Jahren mehr als verdoppelt – auf über 8.000. Gleichzeitig sanken die gespendeten Waren im Vergleich zum Vorjahr (914 Tonnen) um zehn Prozent. "Wir merken das ganz konkret an den in den Sozialmärkten ausgestellten Einkaufskarten", so Blatzer.
„Armutsgefährdeten Personen wird damit der Zugang zu gesunder Ernährung erschwert“Simon BlatzerGeschäftsführer des Wiener Hilfswerks
Gerade frisches Obst und Gemüse fehlt besonders häufig. Die steigenden Preise machen gesunde Ernährung für viele zum Luxus. "Armutsgefährdeten Personen wird damit der Zugang zu gesunder Ernährung erschwert", warnt das Hilfswerk.
Dabei leisten Warenspenden dreifach Gutes: Bedürftige werden versorgt, der Handel spart Lager- und Entsorgungskosten – und die Umwelt profitiert von weniger Verschwendung. "Wir halten Lebensmittel im Kreislauf", erklärt Blatzer. "Kund*innen erhalten Lebensmittel und Ernährungsungleichheit wird verringert."
Ob vom Groß- oder Einzelhandel, aus der Landwirtschaft oder Gastronomie: Das Hilfswerk appelliert dringend an Unternehmen, weiterhin zu spenden. Denn nur so könne man sicherstellen, dass "Waren dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden."
Infos zu Spenden und Unterstützungsmöglichkeiten: www.wiener.hilfswerk.at