Paukenschlag in Belgrad: Serbiens Präsident Aleksandar Vučić hat auf einer regierungsfreundlichen Kundgebung seinen Rücktritt angekündigt. "Ich werde nur noch ein paar Wochen Präsident sein, und dann werde ich zurücktreten", sagte er laut APA und Reuters am Samstag.
Gleichzeitig stellte Vučić vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Aussicht. Einen genauen Termin nannte der 56-Jährige aber nicht. Seine zweite und letzte Amtszeit wäre regulär erst Mitte 2027 zu Ende gegangen. Auch das Parlament hätte eigentlich erst 2027 neu gewählt werden sollen.
Trotz Rücktritt will Vučić politisch nicht verschwinden. Er kündigte an, seine Serbische Fortschrittspartei SNS bei den kommenden Wahlen zu unterstützen. Schon zuvor hatte er offen gelassen, ob er künftig als Regierungschef weitermachen könnte.
Der Druck auf Vučić war zuletzt massiv gestiegen. Seit eineinhalb Jahren gibt es in Serbien von Studenten angeführte Anti-Korruptions-Proteste. Auslöser war der Einsturz eines Vordachs am Bahnhof von Novi Sad im Jahr 2024. 16 Menschen kamen damals ums Leben.
Viele Demonstranten sehen das Unglück als Symbol für Korruption und Misswirtschaft bei staatlichen Bauprojekten. Vor wenigen Tagen erinnerten Studenten in Novi Sad erneut an die Opfer und forderten Neuwahlen. Aktivisten der Bewegung wollen nun selbst gegen Vučić und die SNS antreten.
Ob Vučić wirklich geht oder nur das politische Spielfeld wechselt, dürfte nun zur entscheidenden Frage in Serbien werden.