Parlamentswahl

Polit-Krise in Kosovo: Dritte Wahl in 16 Monaten

Im Kosovo wird am Sonntag erneut ein neues Parlament gewählt. Es ist bereits die dritte Parlamentswahl innerhalb von nur 16 Monaten.
Newsdesk Heute
07.06.2026, 15:30
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Im Kosovo sind die Bürger am Sonntag erneut zur Wahl aufgerufen. Bereits zum dritten Mal innerhalb von nur 16 Monaten wird ein neues Parlament bestimmt. Als aussichtsreichste Kraft gilt weiterhin die linksnationale Partei Vetëvendosje (Selbstbestimmung) von Ministerpräsident Albin Kurti.

Die vorgezogene Neuwahl wurde notwendig, nachdem das Parlament kein neues Staatsoberhaupt wählen konnte. Für die Wahl fehlte das verfassungsmäßig vorgeschriebene Quorum. Das Mandat von Präsidentin Vjosa Osmani war bereits am 4. April ausgelaufen.

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Präsidentenwahl scheitert an Quorum

Erst Ende Dezember 2025 hatte es im Kosovo vorgezogene Neuwahlen gegeben. Damals war es Kurti nach der Parlamentswahl im Februar desselben Jahres aufgrund fehlender Mehrheiten nicht gelungen, eine Regierung zu bilden.

Auch die Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin für Osmani wird nun wieder dem neu gewählten Parlament zufallen. Dafür müssen mindestens 80 der insgesamt 120 Abgeordneten bei der Abstimmung anwesend sein. Bei den jüngsten Wahlgängen wurde diese Hürde jedoch nicht erreicht, weil zu wenige Mandatare im Sitzungssaal waren.

Da Vetëvendosje und ihre politischen Partner alleine nicht über ausreichend Stimmen verfügen, wären sie auf die Unterstützung zumindest einer größeren Oppositionspartei angewiesen. Ein entsprechender Konsens ist derzeit allerdings nicht in Sicht.

Politische Dauerkrise droht

Damit droht dem kleinen Balkanstaat eine politische Dauerkrise mit weiteren vorgezogenen Parlamentswahlen. Die politische Lage wird zusätzlich durch den ungelösten Konflikt mit Serbien belastet.

Kosovo hatte 2008, knapp zehn Jahre nach dem Kosovo-Krieg, seine Unabhängigkeit erklärt. Serbien erkennt diese jedoch bis heute nicht an und betrachtet das Gebiet weiterhin als Teil seines Staatsgebiets. Besonders im Norden des Landes leben viele Angehörige der serbischen Minderheit, die enge Verbindungen nach Belgrad pflegen. Immer wieder kommt es dort zu politischen Boykotten, Blockaden und Zusammenstößen.

EU-Beitritt außer Reichweite

Auch innerhalb der Europäischen Union ist die Unabhängigkeit des Kosovo nicht vollständig anerkannt. Spanien, Griechenland, Rumänien, die Slowakei und Zypern verweigern dem Land aus Sorge vor möglichen Unabhängigkeitsbestrebungen in den eigenen Staaten die Anerkennung.

Damit bleibt auch der von Prishtina angestrebte EU-Beitritt vorerst außer Reichweite. Für einen Beitritt wäre die Zustimmung aller 27 EU-Mitgliedstaaten erforderlich.

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