Nach dem tödlichen Zwischenfall bei einer Übung der deutschen Spezialeinheit GSG9 sind nun neue Details bekannt geworden. Ein Beamter soll beim Laden seiner Waffe versehentlich scharfe Munition statt Übungspatronen verwendet haben. Wenig später fiel der Schuss, der einem Kollegen das Leben kostete.
Der Vorfall ereignete sich bereits am 11. Mai auf dem Bundeswehr-Truppenübungsplatz Putlos in Schleswig-Holstein. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft in Lübeck handelte es sich beim getroffenen Beamten um einen Ausbildner, Anfang 40.
Laut Informationen der "Bild" wurde er am Bein getroffen. Er starb trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen noch am Unglücksort.
"Gegen den schussabgebenden Polizeibeamten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet, das derzeit noch nicht abgeschlossen ist", erklärt dazu die Staatsanwaltschaft.
Der Fall sorgt in Deutschland für große Betroffenheit. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt zeigte sich nach Bekanntwerden des Unglücks "zutiefst erschüttert". Die GSG9 gilt als Eliteeinheit der deutschen Bundespolizei und kommt bei besonders gefährlichen Einsätzen zum Einsatz - etwa bei Geiselnahmen, Terrorlagen oder Großrazzien gegen Schwerkriminelle.
Jedes Jahr absolviert die Spezialeinheit laut Bundespolizei rund 50 bis 60 Einsätze. Umso größer ist nun der Schock über den tragischen Trainingsunfall.