Rotes Kreuz hilft

"Alleine und vergessen" – immer mehr Menschen einsam

Die Einsamkeit steigt: In mehr als 240.000 der 673.000 OÖ-Haushalte leben Singles. Oft sind alte Menschen betroffen, das Rote Kreuz hilft.
Oberösterreich Heute
25.03.2026, 03:00
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Die Organisation rechnet vor: Ein Drittel der Menschen über 65 Jahre lebt alleine, viele sozial isoliert. Der Rotkreuz-Besuchsdienst wird immer gefragter: Die Zahl der betreuten Personen stieg in den vergangenen fünf Jahren von 1.198 auf 1.606 – ein Plus von 34 Prozent.

1.063 Freiwillige bringen jährlich in 68.000 Stunden Lebensfreude zu Menschen, die sich mehr soziale Kontakte wünschen. Die Besuche sind kostenlos und richten sich nach den Bedürfnissen der Betroffenen. "Wir als Rotes Kreuz steuern dagegen. Niemand soll ungewollt alleine bleiben und vergessen werden", betont Präsident Gottfried Hirz.

Einsamkeit kann krank machen

Studien zeigen: Wer einsam ist, schläft schlechter, fühlt sich gestresst, wird öfter krank und kann sogar schneller altern. Das Risiko für Depressionen, Angststörungen, Demenz, Herzinfarkt und chronischem Stress steigt.

Oft braucht es nur kleine Gesten: ein Gespräch, einen Spaziergang oder einfach gemeinsame Zeit.

Wenn Menschen krank oder nicht mehr mobil sind, wird es aber schwieriger, soziale Kontakte zu pflegen. Viele ziehen sich zurück, das Selbstvertrauen sinkt.

Genau hier setzt der Besuchsdienst an: Die freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schenken Zeit, Aufmerksamkeit und neue Lebensfreude.

Am 30. März wird mit dem "Österreichischen Aktionstag gegen Einsamkeit" auf die Thematik aufmerksam gemacht.

Ein beeindruckendes Beispiel für die Hilfe: Rudi Staufer engagiert sich seit vielen Jahren im Bezirk Vöcklabruck. Wenn er bei Elisabeth Beyer klingelt, steht meist schon der Kaffee bereit. Sie sitzen am Küchentisch, reden und lachen viel. Die beiden verbindet inzwischen eine enge Freundschaft, gemeinsam besuchen sie das Grab des verstorbenen Ehemannes.

„Mit der Zeit sind wir ziemlich beste Freunde geworden.“
Elisabeth und Rudi

"Mit der Zeit sind wir ziemlich beste Freunde geworden. Wir reden über alte Zeiten, unsere Hobbys, haben Spaß und sind uns ans Herz gewachsen", erzählen Elisabeth und Rudi. Seine regelmäßigen Besuche bringen wieder Leben in die Wohnung.

Interessierte finden Infos zur Mitarbeit hier.

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