Lange wurde spekuliert, jetzt ist die Entscheidung gefallen: Die Spitzenposten im oberösterreichischen Spitalswesen sind neu besetzt. Dienstagmittag wurden in Linz die beiden Nachfolger von Franz Harnoncourt in einer Pressekonferenz präsentiert.
Der Abgang des Managers hatte eine tragische Vorgeschichte: Eine Frau (54) aus dem Bezirk Rohrbach konnte wegen fehlender Kapazitäten nicht rechtzeitig operiert werden und starb an den Folgen eines Aorteneinrisses – "Heute" berichtete ausführlich. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen – und für massive Kritik am System.
Kurz darauf kündigte Harnoncourt im November seinen Rücktritt an. Er hatte sowohl die Oberösterreichische Gesundheitsholding (OÖG) als auch das Kepler Uniklinikum (KUK) in Personalunion geführt. Nun wurden die beiden Schlüsselpositionen getrennt besetzt.
Die beiden Posten waren zuvor international ausgeschrieben worden. Schon im Vorfeld wurden zwei Namen als Favoriten gehandelt: der aktuelle Ärztliche Direktor des Salzkammergut Klinikums, Tilman Königswieser und Meinhard Lukas, der ehemalige Rektor der Johannes Kepler Universität.
Die beiden wurden am Dienstag offiziell von LH Thomas Stelzer und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (beide ÖVP) bestätigt. Lukas übernimmt die Geschäftsführung des KUK, Königswieser jene der Gesundheitsholding.
Königswieser wird seinen Posten schon nach Ostern antreten. Er sei "ein Kind dieses Unternehmens", wie er am Dienstag erklärte. "Seit 1989 hat mich dieses Unternehmen begleitet und geprägt." Für ihn ist sein neuer Auftrag klar: "Zu helfen, zu heilen und zu begleiten."
Etwas später – am 1. Juni – nimmt dann auch Lukas seine neuen Tätigkeiten auf. Das KUK bezeichnet er als "Ausbildungsstätte und Forschungszentrum für die Medizin der Zukunft": "Ich durfte schon an seiner Gründung mitwirken." Er freue sich sehr darüber, das Haus jetzt gemeinsam mit dem Team weiterzuentwickeln.
Auf die neue Führung warten große Herausforderungen: Die Spitäler kämpfen weiterhin mit Personalmangel, gleichzeitig sorgen die teils schwierigen Arbeitsbedingungen für zusätzlichen Druck im System. Besonders deutlich wird das aktuell bei den OÖ-Ordensspitälern: Nach monatelangen KV-Verhandlungen für das nicht ärztliche Personal liegt nach der achten Runde nun ein Angebot am Tisch. Die Gewerkschaft vida sprach von einem "schmerzhaften Kompromiss".
Das letzte Wort haben aber die Beschäftigten: Sie stimmen seit knapp einer Woche darüber ab, ob sie den Deal annehmen wollen. Morgen, Mittwoch, wird das Ergebnis der Befragungen präsentiert. Sollte das Angebot abgelehnt werden, geht es wohl zurück an den Verhandlungstisch.