In der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Wien-Floridsdorf brachte die SPÖ nun einen Antrag zur Prüfung von Anrainerparkplätzen im Grätzel Jedlesee ein. Ziel ist es, die angespannte Parkplatzsituation in diesem besonders belasteten Bezirksteil genau unter die Lupe zu nehmen und mögliche Maßnahmen zugunsten der Bevölkerung auszuloten.
Hintergrund sind zahlreiche Beschwerden aus mehreren Wohngebieten, unter anderem westlich der Prager Straße in Jedlesee. Dort ist der Parkdruck trotz des seit 2022 geltenden flächendeckenden Parkpickerls weiterhin hoch. Konkret soll die zuständige Verkehrsbehörde MA 46 mit einer Auslastungserhebung beauftragt werden. Wird dabei eine Belegung von mindestens 90 Prozent festgestellt, könnten in einem nächsten Schritt bis zu 30 Prozent der Stellplätze als Anrainerparkplätze ausgewiesen werden. Diese würden rund um die Uhr gelten. Nach einer Einführungsphase ist eine Evaluierung nach einem Jahr vorgesehen.
Bezirksvorsteher Georg Papai (SP) betonte, dass es ihm dabei um eine gute Lösung für die Menschen im Bezirk geht: "Mir als Bezirksvorsteher ist ein breiter Konsens und ein guter Dialog wichtig. Umso enttäuschter bin ich, dass die FPÖ dem Antrag und der Zuweisung in die Verkehrskommission zur weiteren Beratung nicht zugestimmt hat, somit kein Anrainerparken für die Bezirksbevölkerung möchte und nicht einmal darüber sprechen will."
Auch der Vorsitzende der Bezirksverkehrskommission, Bezirksvorsteher-Stellvertreter Josef Fischer, sieht Handlungsbedarf. Viele Floridsdorfer seien auf ihr Auto angewiesen und würden die tägliche Parkplatzsuche als große Belastung empfinden. Eine sachliche Prüfung könne hier Entlastung bringen.
Floridsdorf ist einer der derzeit neun Bezirke, in denen es keine Anrainerparkplätze gibt. Doch der Parkplatz-Druck steigt und mache Anrainerparken notwendig. Ob in Jedlesee tatsächlich bald eigene Anrainerparkplätze kommen, hängt nun von der Auslastungserhebung und den weiteren Beratungen ab.