Als Toyota seine Fans schockierte

1985 fühlten sich viele Fans des Celica vor den Kopf gestoßen, denn die neue Generation hatte Frontantrieb – was damals noch als unsportlich galt.

Bis 1985 wurde der Toyota Celica gebaut, wie man es sich von klassischen Sportwagen gewohnt war, insgesamt rund drei Millionen Mal. Der längs eingebaute Motor saß vorne, die angetriebenen Räder, gehalten von einer Starrachse, hinten. Dazu kam ein kantiges Design.

Der 1985 an der IAA in Frankfurt der Welt vorgestellte Celica der vierten Generation aber repräsentierte eine komplette Kehrtwende: Frontantrieb und rundlich-elegantes Design schockierte die bisherigen Celica-Fans, zumindest zu Beginn.

Alles neu

Mit seinen Vorgängern hatte der neue Celica praktisch nur noch den Namen gemein und natürlich die Ausrichtung auf sportlich orientierte Fahrernaturen. Bereits im August 1985 war das neue Coupé in Japan in Wanderausstellungen präsentiert worden, kurz darauf konnten es die Japaner schon beim Händler kaufen. Der Rest der Welt durfte dann im September in Frankfurt miterleben, wie sich Toyota das Sportcoupé der Zukunft vorstellte.

Technisch basierte der (oder die?) Celica auf den Frontantriebs-Limousinen Carina/Corona. Allerdings hob sich das Coupé vor allem mit dem Motor deutlich von den einfacheren Modellen ab. Ein Leichtmetallzylinderkopf mit zwei Nockenwellen und 16 Ventilen schaffte die Basis für 150 gesunde PS.

Verwechslung ausgeschlossen

In der Werbung wurde die Einmaligkeit des Designs hervorgehoben: "Er kopiert weder die alltäglichen noch die exotischen Formen. Er verfolgt seine eigene Linie: den Gran Turismo mit den modernsten Mitteln der Technik neu zu beleben …"

Tatsächlich hatten sich die Japaner viel Mühe gegeben mit der Karosserie. Mit einem cw-Wert von 0,32 war sie mustergültig windschlüpfig, bei einer Länge von 4,36 Meter bot sie Raum für zwei Erwachsene und zwei Kinder samt viel Urlaubsgepäck (340 Liter nach VDA-Messmethode). Die Rückbank erlaubte mittels Umklappen der linken oder rechten Hälfte eine stufenweise Vergrößerung des Gepäckraums.

Die Presse berichtete positiv über das neue Coupé. Zum guten Eindruck trugen sicherlich die sehr guten Fahrleistungen (0 bis 100 km/h in 8,2 Sekunden, Spitze 211 km/h) der 150 PS starken und 1.167 kg schweren ECE-Ausführung bei. Die Katalysatorvariante mit 140 PS nahm es ein wenig gemächlicher, war aber immer noch 205 km/h schnell.

Fast wie neu

Setzt man sich in das fotografierte silberfarbene Coupé, das erst einen Besitzer hatte und nur knapp über 50.000 km gelaufen ist, dann meint man sogar noch den typischen japanischen Neuwagen-Geruch zu erkennen. Innen ist immer noch alles so, wie der Wagen 1989 ausgeliefert wurde. Und es funktioniert auch alles, ein Zeichen für japanische Langlebigkeit.

Ohne große Eingewöhnung kommt man mit dem Coupé sofort zurecht, alles geht leicht von der Hand, Lenkung und Schaltung sind leichtgängig und exakt. Man kommt problemlos und durchaus schnell vorwärts, halt genau wie damals schon. Bis 1989 wurde die vierte Generation des Celica gebaut, übrig geblieben dürften nur wenige sein.

Weitere Informationen, viele Bilder, einen Prospekt und ein Tonmuster zum Toyota Celica der vierten Generation gibt es auf Zwischengas.com.

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