Datenschutzbedenken

Amazon: Paketboten fotografieren mit KI-Brille

Amazon rüstet seine Zusteller in den USA mit KI-Brillen aus, die Tausende Bilder aufnehmen. Das wirft Datenschutzfragen auf.
Technik Heute
02.10.2026, 15:07
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Der Online-Riese Amazon rüstet seine Paketboten in den USA mit sogenannten "Smart Delivery Glasses" aus. Die KI-Brillen sollen den Zustellern helfen, Pakete zu erkennen, Wege anzuzeigen und vor Hindernissen zu warnen. Außerdem dokumentieren sie, dass Sendungen am richtigen Ort abgelegt wurden.

Doch die Brillen erfassen noch deutlich mehr. Sie protokollieren über Standbilder in kurzer Abfolge die Wege der Zusteller. Dabei werden auch Straßen, Vorgärten, Hauseingänge und möglicherweise unbeteiligte Personen wie Nachbarn oder Passanten erfasst.

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Wie t3n unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, sollen bereits mehr als 500 Zusteller die Technik testen. Bisher wurden so 275.000 Lieferungen absolviert. Bis Jahresende will Amazon weitere 5.000 Brillen verteilen.

Amazons KI kartiert Millionen Gebäude

Die gesammelten Bilder dienen nicht nur der Dokumentation. Sie unterstützen auch Amazons KI namens Wellspring. Diese hat seit 2024 bereits 202 Millionen Parkpositionen identifiziert, 2,8 Millionen Gebäudeeingänge kartiert und 85.000 Paketstationen erfasst.

Amazon verspricht Datenschutzmaßnahmen: Gesichter und Autokennzeichen würden unkenntlich gemacht, bevor die Bilder ausgewertet werden. Die Kameras könnten zudem über einen physischen Schalter deaktiviert werden.

In der EU problematisch

In Europa wäre ein solches System wegen der DSGVO schwierig umzusetzen. Menschen könnten aufgenommen werden, ohne dies zu bemerken. Auch der Beschäftigtendatenschutz für die Zusteller selbst wäre ein Thema, da die Brille ihre Arbeit genau dokumentiert.

Amazon macht keine Angaben zu Plänen für eine Einführung in Deutschland oder Österreich. Die heimischen Paketboten dürften vorerst weiter ohne KI-Brille an die Haustür kommen.

tec,02.10.2026, 15:07