Ameisenplage in Wiener Gemeindebau – "keiner hilft uns"

Seit Wochen versucht Tanja P. die Ameisenplage, die in mehreren Wohnungen des Gebäudes herrscht, zu bekämpfen. Hilfe vom Vermieter bekommt sie nicht.

Hin und wieder kann es schon mal vorkommen, dass Ameisenin die Wohnung eindringen. Grundsätzlich kein Problem, lassen sich die Insekten mit Fallen doch gut bekämpfen. Manchmal breitet sich das Ungeziefer aber so rasant aus, dass dadurch eine Plage entsteht, die nicht mehr ganz so leicht zu bewältigen ist. Damit hat auch die 30-jährige Tanja P. (Name von der Redaktion geändert) seit Wochen zu kämpfen, wie sie im Gespräch mit "Heute" erzählt.

Ameisenplage in Gemeindewohnungen

"Bei mir im Gemeindebau sind fast alle Wohnungen aus der Stiege von der Ameisenplage betroffen", berichtet die Wienerin. "Seit über vier Wochen kriechen die Tiere aus den Ventilatoren, Wandritzen und Heizungen heraus." War vorerst nur das Badezimmer betroffen, haben sich die Ameisen nun auch über die Küche, ins Wohnzimmer bis hin zum Schlafzimmer ausgebreitet. Mehrere Anfragen bei Wiener Wohnen blieben bis jetzt aber erfolglos, erzählt Tanja P. weiter.

Um die Plage selbst in den Griff zu bekommen, versuchte es die 30-Jährige mit Hausmitteln, Desinfektionsspray und Köder, doch nichts soll gegen die Insekten geholfen haben. Laut der jungen Frau würde Wiener Wohnen auch nur bei den roten Ameisen, den sogenannten Pharaoameisen, eingreifen. Für die bekannte Wegameise soll die Wienerin selbst für die Kosten einer Bekämpfung aufkommen müssen.

1.000 Euro Kosten

"Ich hab also einen Kammerjäger kontaktiert, der bei mir mehrere Fallen ausgelegt und ein Mittel gesprüht hat", erzählt Tanja P. weiter. "Dafür hab ich 220 Euro gezahlt und er meinte, in drei bis vier Tagen soll alles behoben sein. Aber jetzt hab ich noch mehr Ameisen als zuvor."

Nach weiterer Rücksprache mit der beauftragten Firma soll herausgekommen sein, dass es sich um einen Stiegenbefall handelt und die Bekämpfung in der ganzen Stiege vorgenommen werden müsste. Das würde einen Preis von fast 1.000 Euro ausmachen aber auch darauf soll Wiener Wohnen nicht reagiert haben.

Wegameisen keine Schädlinge

"Sowohl die von der Mieterin beauftragte Firma als auch ein Mitarbeiter von Wiener Wohnen stellten fest, dass es sich um herkömmliche, harmlose Wegameisen handelt", erklärt Stefan Hayden, Pressesprecher von Wiener Wohnen. Weil es sich dabei um keine Schädlinge handelt, ist die Bekämpfung grundsätzlich die Aufgabe der Mieterin.

Der Mitarbeiter von Wiener Wohnen soll dennoch angeboten haben, für eine effektive Bekämpfung Ameisenködergel anzubringen. Dieses Angebot wurde aber nicht angenommen, so Hayden abschließend.

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