Amerikaner laufen Europäern den Rang ab

48 von 64 WM-Matches sind gespielt - und das Beste kommt noch! Fußball-Fans können einen Abend durchschnaufen, bevor am Samstag die K.o.-Runde beginnt. Die WM-Zwischenbilanz: mit Neymar, Messi, Müller, Suarez.

 


Welcher Star war effektiver vor dem Tor? Wer hat eine Pferdelunge und lief am meisten? Und: Welches Team lag am längsten am Boden? Plus: Viele weitere Tops und Flops!

Die Scharfschützen

Lionel Messi, Neymar und Müller sind die Top-Torjäger der WM. Der Deutsche ist am effektivsten: Er benötigte nur sieben Schüsse für vier Tore. Sie alle sind ihren Erwartungen gerecht geworden. Messi war fast allein dafür verantwortlich, dass die Argentinier alle drei Spiele gewannen. Für seinen Barcelona-Clubkollegen Neymar scheint Druck bei der Heim-WM ebenfalls ein Fremdwort.

Der Goalie-Oktopus

Alex Dominguez parierte die meisten Schüsse aller Torhüter – 18. Er kassierte drei Gegentore.

Der Kilometerfresser

Marathon-Mann Marcelo Diaz! Der Chilene lief bisher 36,687 km - der Top-Wert aller Spieler. 14,6 km lief er mit Ball, 22,1 km ohne.

Tore, Tore, Tore

Es ist eine WM des Offensivfußballs. 2,83 Tore pro Spiel sind im Schnitt in der Gruppenphase gefallen. Damit steuert das Turnier in Brasilien auf den höchsten Wert seit 1970 zu. 2010 in Südafrika waren in der Gruppenphase noch magere 2,10 Treffer pro Partie erzielt worden. Seither hat aber auch bei den Teamchefs ein Umdenken eingesetzt. Der Mut zur Offensive ist zurückgekehrt.

Rekordmann Miroslav Klose

Auf den Rekordmann ist Verlass. Selbst in seiner Rolle als "Joker" erzielte der Deutsche gegen Ghana (2:2) einen enorm wichtigen Treffer. Mit seinem 15. WM-Tor stellte Klose den Rekord von Ronaldo ein. Der 36-Jährige hat in der K.o.-Phase die Chance, die Marke weiter auszubauen. Bei vier verschiedenen WM-Turnieren haben außer ihm nur Landsmann Uwe Seeler und Pele getroffen.

Amerika veträgt das Klima

Südamerika brachte fünf seiner sechs WM-Teams ins Achtelfinale, der häufig belächelte Verband von Nord- und Mittelamerika mit den USA, Mexiko und Costa Rica drei von vier. Amerika hat Europa beim Turnier in Brasilien endgültig den Rang abgelaufen. Die Europäer stellen in der K.o.-Phase wie 2010 in Südafrika nur noch sechs Teams. Mögliche Ursache: Europa konnte sich auf die heiß-schwülen Klimabedingungen nicht einstellen. Auch alle vier Teams der asiatischen Konföderation verabschiedeten sich bereits in der Gruppenphase - und das ohne einen einzigen Sieg.

Dreier- bzw. Fünferkette

Die WM rüttelt an der Alleinherrschaft der Viererkette. Mehrere Teams waren mit flexiblen Defensivreihen erfolgreich, bei denen sich die Außenverteidiger in Ballbesitz noch stärker in die Offensive einschalteten. Bei Ballverlust dagegen wurde mit den drei Innenverteidigern eine Fünferkette gebildet - gesehen etwa bei den Niederlanden, Mexiko, Chile oder Costa Rica.

Torlinientechnik fruchtet

Fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen gibt es weiterhin. Doch dank der erstmals eingesetzten Torlinientechnik blieben den Unparteiischen zumindest diesbezüglich Diskussionen erspart. Auch die überflüssige Darstellung glasklarer Treffer mit der neuen Technik hat sich die FIFA bald abgewöhnt.

Großartige Fans

Die Begeisterung der südamerikanischen Fans verleiht der WM ein einzigartiges Flair, die Euphorie rund um die "Copa" in Brasilien übertrifft bei weitem jene bei den Turnieren in Deutschland und Südafrika. Seit Turnierbeginn mutierten die Austragungsstädte zu riesigen Party-Zonen. Die Befürchtung, Demonstrationen könnten die Wohlfühl-Atmosphäre stören, bewahrheitete sich nicht, auch gravierende Ausschreitungen blieben vorerst aus.

Tiqui-Taca hat ausgespielt

Sechs Jahre lang hatte Spanien mit seinem Kurzpass-Spiel den Weltfußball dominiert. Am 18. Juni endete die spanische Ära. Mit einem 1:5 gegen die Niederlande und einem 0:2 gegen Chile war die Chance auf eine erfolgreiche Titelverteidigung schon nach zwei Spielen verspielt. Die Spanier verabschiedeten sich als fünfter amtierender Weltmeister schon in der Vorrunde.

Afrika: Prämienstreit eskalierte

Gleich bei drei afrikanischen Teams wurde vor und während der WM über das Geld diskutiert. Einzig Nigeria schaffte es daraufhin noch ins Achtelfinale. Kameruns zerstrittener Haufen trat ohne Punkt mit 1:9 Toren die Heimreise an. Bei Ghana wurden die Stars Kevin-Prince Boateng und Sulley Muntari noch vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Portugal wegen Disziplinlosigkeiten suspendiert. Immerhin erhielten die Spieler ihre WM-Antrittsprämien - in Geldkoffern.

Aufreger Luis Suarez

Uruguays Stürmerstar sorgte für den unrühmlichen Höhepunkt der Gruppenphase. Im entscheidenden Gruppenspiel gegen Italien von allen Fußball-Aktivitäten aus.

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