Der überraschende Abgang der langjährigen Salzburger AMS-Chefin Jacqueline Beyer zieht jetzt Kreise bis nach Wien. Die FPÖ will noch diese Woche eine Anfrage an das Sozialministerium stellen und fordert Aufklärung über die Hintergründe, das berichtet der ORF.
Seit einem halben Jahr schweigen die Beteiligten. Ende September hatte die Nachricht in Salzburg für ein politisches Erdbeben gesorgt: Beyer geht – oder wird gegangen. Was genau passiert ist, blieb bis heute unklar.
Offiziell hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme von AMS-Bundesebene und Arbeiterkammer lediglich, Beyer wolle sich beruflich neu orientieren. Für die FPÖ ist das nicht glaubwürdig. Sie spricht von einem "vorgeschobenen Grund", so der ORF.
Tatsächlich war im Vorjahr plötzlich Kritik an Beyers Führungsstil aufgekommen – nach sieben Jahren ohne Beschwerden. Zuvor hatte sie bei internen und externen Überprüfungen durchgehend Bestnoten erhalten, auch bei der Mitarbeiterführung.
Konkrete Vorwürfe wurden allerdings nie öffentlich gemacht. Dennoch soll aus Wien Druck für eine rasche Ablösung gekommen sein.
Für Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) ist die Sache klar. Eine untadelige Führungskraft sei aus dem Weg geräumt worden. Auch aus Regionalbeiräten des AMS kommt Kritik: Die Vorwürfe seien erfunden gewesen, Beyer sei "aus politischen Gründen abgesägt" worden.
Beyer selbst sowie das Sozialministerium und das AMS auf Bundesebene geben weiterhin keinen Kommentar ab. Dem Vernehmen nach soll es eine Vereinbarung über gegenseitige Verschwiegenheit geben.