Mann will arbeiten, darf nicht

AMS streicht junger Mutter Geld: Familie vor dem Nichts

Eine Wienerin (27), die immer gearbeitet hat, weiß nicht mehr weiter: Ihr werden 6 Wochen die Bezüge verwehrt, ihrem Mann die Arbeitserlaubnis.

Christian Tomsits
AMS streicht junger Mutter Geld: Familie vor dem Nichts
Die 27-jährige aus Wien-Favoriten mit ihrer Tochter (1)
privat

Nach der Schule machte eine Wienerin eine kaufmännische Lehre und stieg sofort ins Berufsleben ein. Erst im Einzelhandel, später nach einer Zusatzausbildung als Assistentin in vier Anwaltskanzleien.

Tragischer Schicksalsschlag

Doch dann nahm ihr Leben eine unerwartete Wende. "2022 wurde ich schwanger. Dann hat man mich einfach fallengelassen". Ein Jahr nach einer traumatisierenden Totgeburt, brachte die 27-Jährige ein gesundes Töchterchen auf die Welt.

Um ihr Arbeitslosengeld aufzubessern, begann die Wienerin schon bald geringfügig zu arbeiten. "Mein Mann befindet sich in einem aufrechten Asylverfahren. Er will arbeiten, aber darf nicht", ist die junge Mutter verzweifelt. "Er ist gesund und will hier Steuern zahlen und etwas für die Allgemeinheit beitragen, aber das Gesetz erlaubt es nicht."

Im Stress als Alleinverdienerin und Mutter vergaß die Wienerin nach acht ordnungsgemäß abgeschickten Bewerbungen (zu denen sie trotz ihrer geringfügigen Anstellung verpflichtet ist) eine neunte abzuschicken – vergangene Woche wurde ihr daraufhin sofort das AMS-Geld gestrichen!

Diese Benachrichtigung vom AMS bedeutet für eine Wienerin nun absolute Existenz-Ängste.
Diese Benachrichtigung vom AMS bedeutet für eine Wienerin nun absolute Existenz-Ängste.
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"Ich habe seit ich 15 bin gearbeitet und immer eingezahlt. Ich arbeite, obwohl ich mich auch um ein kleines Kind kümmere – und dann behandelt mich das AMS so", ist die Wienerin verzweifelt. Sie sei am selben Tag noch vor Ort gewesen. Dort habe man ihr aber nicht zugehört.

Menschen, die immer gearbeitet haben, bekommen kein Geld und Menschen, die arbeiten wollen, dürfen nicht
Wienerin (27)
ist verzweifelt

"Einerseits bekommen Menschen, die immer gearbeitet haben, kein Geld, andererseits dürfen Menschen nicht arbeiten, die wollen", ärgert sich die junge Mutter, dass es zeitgleich ihrem Mann so schwer gemacht wird, eine Arbeitsbewilligung zu bekommen.

Astrid Wagner will der Anwaltsassistentin nun helfen.
Astrid Wagner will der Anwaltsassistentin nun helfen.
Hertel

Nun stehe die Familie vor dem Nichts. Neben der Miete macht aktuell auch eine Stromnachzahlung Sorgen. Zeitgleich leidet der Kindsvater, da ihm die Hände gebunden sind. Auch Top-Anwältin Astrid Wagner tobt über das AMS und das "Arbeitsverbot" für Asylwerber. "Das ist schlecht für viele Betriebe, die Wirtschaft und speziell für diese fleißige Familie", sagt sie und versprach zu helfen.

Auf den Punkt gebracht

  • Eine junge Wiener Mutter, die immer gearbeitet hat, wurde vom AMS-Bezug gestrichen, weil sie eine Bewerbung vergessen hat
  • Ihr Mann, der arbeiten will, darf aufgrund eines Arbeitsverbots für Asylwerber nicht
  • Diese Situation hat die Familie in finanzielle Not gebracht, da die junge Mutter als Alleinverdienerin und Mutter kämpft, während sie die Miete und eine Stromnachzahlung zahlen muss
ct
Akt.
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