Österreich steht vor den bisher heißesten Tagen dieses Sommers. Schon bis Freitag steigen die Temperaturen im ganzen Land deutlich an. Besonders betroffen ist erneut der Osten, wo die Thermometer laut GeoSphere Austria auf bis zu 39 Grad klettern könnten. Vereinzelt seien sogar 40 Grad möglich.
Der Freitag dürfte nach den aktuellen Prognosen der heißeste Tag der laufenden Hitzewelle werden. "Es gibt ein deutliches Ost-West-Gefälle", erklärt Meteorologe Thomas Turecek. Während im gesamten Bundesgebiet hohe Temperaturen erwartet werden, wird es im östlichen Flachland besonders heiß. "Einzelne Stationen im östlichen Flachland können 38 bis 39 Grad erreichen. Vielleicht sogar 40, ähnlich wie im Juni", sagt Turecek.
Trotz der extremen Temperaturen wird es laut GeoSphere Austria keine Hitzewarnung der höchsten Stufe geben. Der Grund: Bereits am Samstag soll eine schwache Wetterstörung für etwas Abkühlung sorgen, die Höchstwerte liegen dann voraussichtlich bei 34 bis 35 Grad. Zudem bleiben die Frühwerte mit 14 bis 22 Grad vergleichsweise moderat, lediglich in dicht verbauten Gebieten kann es in der Nacht wärmer bleiben.
Für Sonntag und Montag rechnen die Wettermodelle erneut mit Temperaturen um 35 Grad oder darüber. Gleichzeitig steigt vor allem im Bergland die Wahrscheinlichkeit für Schauer und Gewitter. Ein Ende der Hitzewelle zeichnet sich dennoch nicht ab. "Es ist keine massive Wetterumstellung in Sicht. Was im Moment fehlt, ist ein eindeutiger Temperaturrückgang um zehn bis 15 Grad."
Im Westen und Süden Österreichs handelt es sich bereits um die dritte Hitzewelle des Jahres. "Die erste begann am 24. Mai und dauerte fünf bis neun Tage. Die zweite Hitzewelle, die Mitte Juni begann, erfasste ganz Österreich und dauerte in den Niederungen 18 bis 35 Tage - und somit ungewöhnlich lange", bilanziert Klimatologe Alexander Orlik.
Nach der Definition des Klimaforschers Kysely dauert diese zweite Hitzewelle in manchen Regionen sogar noch an. Dazu zählen unter anderem die Wetterstationen in Bregenz und Eisenstadt.
Die Experten beobachten seit Jahrzehnten einen deutlichen Trend. Heute gibt es nicht nur häufiger Hitzewellen, sie dauern auch wesentlich länger und bringen mehr Tage mit extremer Hitze als noch vor einigen Jahrzehnten. Gleichzeitig beginnt die Hitzesaison immer früher im Jahr, während die Höchsttemperaturen weiter steigen.
"Hitzewellen treten heute nicht nur häufiger auf, sie dauern vielfach länger und erreichen höhere Temperaturen. Daraus ergibt sich ein deutlich erhöhtes Potenzial für gesundheitliche Belastungen", erklärt Klimaforscher Marc Olefs von der GeoSphere Austria.
Mit der anhaltenden Hitze verschärft sich auch die Dürre im Land. Seit Dezember 2025 fällt österreichweit deutlich weniger Niederschlag als üblich. Daran habe sich auch im Juli kaum etwas geändert.
"An den seit Dezember 2025 vorherrschenden niederschlagsarmen Verhältnissen hat sich auch im Juli wenig geändert", analysiert Klimatologe Orlik. "Die Regenmengen im Juli waren oft zu gering, um eine weitere Verschärfung der anhaltenden Dürre zu verhindern."
Nach Angaben der GeoSphere Austria fehlen seit Jahresbeginn österreichweit rund 30 Prozent auf ein durchschnittliches Niederschlagsniveau. Damit verliefen die ersten sieben Monate des Jahres so trocken wie seit Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr.
Während einzelne Gewitter kurzfristig für Abkühlung sorgen können, dürfte sich an der außergewöhnlichen Hitze und Trockenheit in Österreich vorerst wenig ändern.