Wetter–Beobachter warnt alle

"Das, was ab Mittwoch startet, ist beispiellos"

Heiße Luft aus Nordafrika erfasst Österreich, treibt die Temperaturen nach oben. Ein Wetter-Beobachter warnt: Es wird heftig, Rekorde werden fallen.
Newsdesk Heute
28.07.2026, 17:47
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Österreich steht eine extrem heiße zweite Wochenhälfte bevor, eine neue Hitzewelle rollt heran. Robert Fraungruber aus St. Marienkirchen, Betreiber der Wetterseite "Wetter-Hausruckviertel", richtet deshalb eine eindringliche Warnung an die Bevölkerung.

"Das, was ab Mittwoch starten wird, ist in dieser Härte beispiellos", sagt der Oberösterreicher. Seine 2013 gegründete Plattform umfasst mittlerweile knapp 70 Wetterstationen. Die Standorte melden ihre Messwerte automatisch im Minutentakt.

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Es sind aber nicht nur die aktuell horrenden Modellrechnungen oder die anhaltende Trockenheit, die ihn jetzt dazu gebracht haben, seine Sorgen erstmals per Video mit seiner Community zu teilen. Fraungruber rechnet darin auch mit dem staatlichen Stellen ab. Sein schwerer Vorwurf: GeoSphere Austria und ORF – insbesondere ein bekannter Moderator – würden zu konservativ über die drohenden Hitzeextrema der nächsten Tage informieren.

Während erfahrene Hobbymeteorologen im gegenseitigen Austausch zu dem Schluss gekommen seien, dass das, was auf uns zukommt, "wahrscheinlich beispiellos" für die letzten 500 Jahre in West- und Mitteleuropa sein wird, würden staatliche Vertreter die drohende Hitze "abtun" und – Stand Samstag – nur von bis zu 38 Grad sprechen.

Er sei "fassungslos", dass stattdessen nun er die Öffentlichkeit warnen müsse: "Da kommt was auf uns zu und seid vorbereitet auf 40 Grad und mehr – also das, was im Juni war, plus X. Das wird definitiv für neue Rekorde sorgen. Die Möglichkeit, dass es [...] in Richtung 41, 42, vielleicht 43 Grad geht, ist da und das muss so offen besprochen werden!"

(Wo) kommen 40 Grad?

Bereits am Dienstag erfasst sehr heiße Luft aus Südwesten den Alpenraum, die Temperaturen steigen bis Donnerstag voraussichtlich bis auf 37 Grad. Der vorläufige Höhepunkt wird am Freitag erwartet. Dann sind laut aktuellen Prognosen in Niederösterreich und Oberösterreich verbreitet bis zu 39 Grad möglich. Örtlich – etwa in Wien oder Linz – könnte sogar die 40-Grad-Marke fallen, sagt Fraungruber.

Die GeoSphere hat ab Donnerstag in zahlreichen Regionen orange Hitzewarnungen ausgegeben und rechnet am Freitag mit 33 bis 39 Grad. Die höchsten Werte werden im Osten Österreichs erwartet. Ähnlich die Ubimet-Prognose: "Die Temperaturen steigen auf 32 bis 39 oder vereinzelt sogar 40 Grad, mit den höchsten Werten im östlichen Flachland."

Besonders belastend wird die fehlende Abkühlung in den Nächten. In Städten und freien Lagen sind Tropennächte möglich. Dabei sinkt die Temperatur nicht unter 20 Grad. Einzelne Modellläufe zeigen laut Fraungruber sogar Tiefstwerte von 24 oder 25 Grad. Er rät deshalb, die derzeit noch etwas kühleren Stunden unbedingt zum Durchlüften zu nutzen.

Ende unklar

Für Menschen und Tiere bedeuten die heißen Nächte zusätzlichen Stress. Aber auch "die Infrastruktur in Österreich ist darauf nicht ausgelegt", warnt Fraungruber. Straßen, technische Anlagen und Gebäude könnten unter der lang anhaltenden Hitze leiden.

Wie lange die extreme Hitze dauert, ist noch offen. Für das Wochenende gehen die Wettermodelle auseinander. Das amerikanische GFS zeigt mehr Schauer und Gewitter sowie eine vorübergehende Dämpfung der Temperaturen. Das europäische Modell IFS hält dagegen auch am Sonntag Werte um 37 Grad für denkbar.

Dürre bleibt großes Problem

Noch größere Sorgen als die Hitze bereitet Fraungruber die zunehmende Trockenheit. In Teilen Oberösterreichs seien im vergangenen Monat nur rund zehn bis 20 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das sei bereits alles wieder verdunstet oder von der Vegetation aufgenommen worden.

Die Landwirtschaft bekommt das bereits zu spüren, in besonders trockenen Regionen rollen sich die Maispflanzen bereits zusammen. Laut Fraungruber würden die dortigen Bauern schon über Noternten nachdenken. Flächendeckender Regen ist in den kommenden Tagen nicht in Sicht. Lokale Gewitter könnten zwar Wasser bringen, die Trockenheit aber kaum nachhaltig beenden.

Bis Samstag bleiben 31 bis 38 Grad möglich. Gleichzeitig steigt besonders im Berg- und Hügelland die Gefahr kräftiger Gewitter. Ob danach eine Abkühlung folgt oder die extreme Hitze auch in der ersten Augustwoche weitergeht, lässt sich derzeit noch nicht verlässlich sagen. "Das Wochenende nimmt den ärgsten 'Hitzepeak' wieder weg, hier trennen sich das europäische und amerikanische Modell aktuell", betont Fraungruber.

Für Fraungruber ist die exakte Höchsttemperatur ohnehin nicht entscheidend. Ob 39, 40 oder noch mehr Grad: Österreich müsse sich jetzt auf mehrere Tage mit außergewöhnlicher Hitzebelastung rüsten – und diese Warnung vermisst er von staatlicher Stelle. Sein Appell ist eindeutig: "Bereitet euch darauf vor…"

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 29.07.2026, 08:44, 28.07.2026, 17:47