Angeklagter Ex-Kicker fungierte als Vermittler

Bild: GEPA pictures
Der Prozess rund um Österreichs bisher größten Fußball-Wettskandal ist am Mittwoch in Graz mit der Befragung des Teambetreuers und ehemaligen Spielers L. (32) fortgesetzt worden. Er erzählte von Schulden und seiner Spielleidenschaft, die ihn zu den Manipulationen getrieben habe. Er fungierte als Mittler und führte Geldtransporte von Albanien nach Österreich durch.
ist am Mittwoch in Graz mit der Befragung des Teambetreuers und ehemaligen Spielers L. (32) fortgesetzt worden. Er erzählte von Schulden und seiner Spielleidenschaft, die ihn zu den Manipulationen getrieben habe. Er fungierte als Mittler und führte Geldtransporte von Albanien nach Österreich durch.

Der 32-Jährige beschrieb den jahrelangen Kontakt mit dem mitangeklagten 51-jährigen Albaner, der am Donnerstag gehört werden soll. L. habe immer wieder Treffen mit Dominique Taboga vereinbart, bei denen neue Manipulationen besprochen worden sind. 2011 verliefen aber ein paar Matches nicht nach Plan. Die "Hintermänner" hätten deswegen Geld verloren. Taboga sollte zusammen mit Spielerkollegen bei der nächsten passenden Partie für das vereinbarte Ergebnis sorgen. Als Garantie hatte L. mit nach Tirana reisen müssen. "Ich habe Taboga gesagt, wenn diesmal was schief läuft, komme ich da unten nicht mehr weg."

Eingesperrt in Albanien

L. reiste also mit nach Albanien. "Ich musste den Pass abgeben", erzählte der 32-Jährige weiter. Dann habe ihn der am Dienstag gehörte 43-jährige Albaner eingesperrt. "Er verließ am Abend die Wohnung und versperrte sie von außen", so seine Schilderung. Der Albaner hatte davon aber am Dienstag in seiner Aussage nichts erwähnt. Richter Elisabeth Juschitz stellte den 43-Jährigen zur Rede. "Ich bin nur kurz hinaus gegangen und habe den Schlüssel mitgenommen, falls er dann schon schläft. Was ist da so besonders?", fragte der Angeklagte. "Wissen Sie was, ich lasse Sie heute auch hier im Saal zurück, ohne Wasser und Klo, dann schauen wir mal, was Sie dazu sagen", meinte die Richterin.

Schuldschein für Freilassung

Als neuerlich nicht das gewünschte Spielergebnis erzielt wurde, habe L. einen Schuldschein über 200.000 Euro bei einem Notar in Albanien unterzeichnen müssen, um wieder nach Österreich zurück zu dürfen. Der 32-Jährige gestand weiters im Auftrag des 51-jährigen Albaners Geldtransporte von und nach Albanien durchgeführt zu haben. Bis zu 20.000 Euro habe er in der Hosentasche mit sich getragen - und natürlich nicht verzollt.

In Folge scheiterten wieder Versuche, Spiele zu manipulieren. Über die Winterpause 2011/12 wechselte dann auch noch Sanel Kuljic zu Tabogas Verein nach Kapfenberg. Der 51-Jährige Albaner habe ihn kontaktiert und für Manipulationen gewonnen, erzählte L. Taboga habe außerdem die Idee vorgebracht, auch Tormann Raphael Wolf einzubeziehen. Die für den Schlussmann vorgesehenen 40.000 Euro für das Spiel Kapfenberg gegen Salzburg am 17. März 2012 soll Taboga jedoch laut Anklage selbst behalten haben.

Der Prozess wird am Donnerstag um 8.30 Uhr im Grazer Straflandesgericht fortgesetzt.

APA/red
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