Proteste gegen Bauprojekt

Anrainer gegen Turnhalle – Streit um Währinger Wiese

Ein Turnverein plant eine sechs Meter hohe Halle auf einem Gersthofer Grundstück. Das Projekt sorgt für Ärger bei den Anrainern.
Wien Heute
11.03.2026, 10:58
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In Währing sorgt eine Wiese für ordentlich Wirbel. Seit mehr als hundert Jahren besitzt der Turnverein Gersthof ein Grundstück in der Wallrißstraße, das im Sommer als Turnplatz genutzt wird. Jetzt will der Verein dort eine Turnhalle errichten – doch die Anrainer laufen dagegen Sturm.

Petition gestartet

Unter dem Motto "Grünraum statt Beton" hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Die Anrainer wollen verhindern, dass die Fläche verbaut wird. "Wir haben uns sofort, nachdem wir die Ausschreibung gesehen hatten, zusammengeschlossen. Relativ schnell waren dann Dutzende Leute zusammen bei einer Anrainerversammlung", berichtet Initiator Stefan Vospernik gegenüber "Wien heute".

Er startete auch eine Petition gegen das Bauprojekt. Mehr als 200 Menschen hatten bisher unterschrieben. Darin heißt es: "Die Gersthofer Turnvereinswiese ist eine der letzten unverbauten Grünflächen in Währing und von großer Bedeutung für Mensch und Natur. Das Areal ist ein Rückzugsort für zahlreiche Tierarten und ein wichtiger Regulator für das Stadtklima. Die geplante Verbauung würde dieses wertvolle Naturjuwel unwiederbringlich zerstören."

2.000 Quadratmeter große Fläche

Das rund 2.000 Quadratmeter große Grundstück wird vom Turnverein vor allem im Sommer als Turnplatz genutzt. Ein Teil der Wiese dient als Spielplatz für einen angrenzenden Kindergarten. Die rund 460 Quadratmeter große Turnhalle soll auf dem hinteren Teil des Grundstücks gebaut werden.

"Der Grund, warum wir jetzt eine Turnhalle brauchen, liegt darin, dass wir bisher nur in Schulturnhallen mehr oder weniger eingemietet sind und das mit bestimmten Problemen verbunden ist", sagt Klaus Paula, Obmann des Turnvereins Gersthof, im Interview mit "Wien heute".

Halle soll sechs Meter hoch werden

Der Verein verfolgt das Projekt bereits seit mehreren Jahren. Laut Stadt wäre der Bau auch rechtlich zulässig. "Grundsätzlich ist es gemäß Bauordnung legitim, dass ein solches Projekt am genannten Standort gebaut wird, denn dieser verfügt über die passende Widmung ("Erholungsgebiet Sport- und Spielplätze")", heißt es dazu.

Sechs Meter soll die neue Halle hoch sein. "Das ist das, was wir hier bauen dürfen. Das ist Sport- und Wiesenfläche und das wird so weit wie möglich ausgenutzt. Aber es ist noch immer keine riesige Halle. Es ist also keine Eventhalle, wie manche Nachbarn glauben, es ist eine reine Trainingshalle", erklärt Paula.

Anrainer fürchten Nachteile

Die Anrainer bleiben trotzdem skeptisch. Sie befürchten unter anderem mehr Lärm und eine Beeinträchtigung der Umgebung. "Es könnte zu einer Sichteinschränkung, einer Lichteinschränkung und Lärmbelästigung kommen", sagt ein Anwohner. Eine weitere Bewohnerin meint: "Ich finde es unmöglich, dass jedes kleine Fleckchen nur noch irgendwie zugebaut wird."

Die Bürgerinitiative fordert deshalb, dass der Gemeinderat den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan ändert, damit die Wiese "einschließlich ihrer Böschung in der derzeitigen, weitgehend unverbauten Form erhalten" bleibt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 11.03.2026, 14:27, 11.03.2026, 10:58
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