Gepflanzte Bäume gibt es bald in der Staudgasse im 18. Wiener Bezirk zu sehen. Neben Ulmen der Sorte "New Horizon" werden Gehsteigvorziehungen, Fahrbahn-Anhebungen, Sitzmöbel sowie ein Trinkbrunnen in den Boden gestampft – "Heute" berichtete.
"Gepflanzt" fühlen sich durch die Umbauten vor allem Anrainer – sie orten Geldverschwendung und Parkplatzvernichtung. Denn: Unweit von der Staudgasse entfernt, sollen unberührte Wiesen einer Turnhalle weichen.
Für acht Bäume rund 547.000 Euro – also knapp 70.000 Euro pro Baum – auszugeben, sei laut der Bürgerinitiative "Lebensqualität18" nicht vertretbar. Man sei zwar nicht prinzipiell gegen das Pflanzen von Bäumen, aber "acht Bäume werden unser Klima auch nicht retten", wird eine Sprecherin der Initiative in "MeinBezirk".
Zur geplanten Gestaltung der Staudgasse zwischen Teschnergasse und Vinzenzgasse bekräftigt die Bezirksvorstehung Währing, dass es sich bei dem Umbau in Höhe von 547.000 Euro keineswegs nur um acht gepflanzte Bäume handeln soll. Bei der Kalkulation von 70.000 Euro pro Baum handelt es sich laut Bezirksvorstehung um eine "Milchmädchenrechnung".
Demnach würden unter anderem eine Gehsteigvorziehungen an allen drei Kreuzungen (Vinzenzgasse, Mitterberggasse und Teschnergasse), eine Fahrbahn-Anhebung an der Kreuzung Vinzenzgasse sowie Sitzmöbel bei einem kleinen Aufenthaltsbereich bei der Staudgasse 68 und ein Trinkbrunnen im verkehrsberuhigten Teil der Staudgasse in der Nähe der Kreuzung Vinzenzgasse entstehen.
Das Skurrile laut einem Anrainer: Nur ein paar hundert Meter weiter soll die Turnsvereinswiese in Gersthof mit einer Größe von rund 2.500 Quadratmeter gerodet und verbaut werden – eine Petition soll das Betonvorhaben verhindern. Die Grünfläche soll nun einer Turnhalle weichen. "Also an einer Stelle werden für teures Geld ein paar Bäume in den Asphalt gepflanzt, an einer anderen werden bestehende Bäume wegbetoniert", kritisiert der Währinger Anrainer.