Nach dem Anschlag auf ein Umspannwerk nahe dem Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg gibt es eine neue Spur: Ein Bekennerschreiben ist aufgetaucht, wie die deutsche "Bild" berichtet. Die Behörden prüfen derzeit dessen Authentizität. Im Raum steht der Verdacht auf Sabotage oder sogar einen Terrorakt. Weitere Angaben machte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.
Unbekannte hatten am Dienstag mit selbst gebauten Flugkörpern leitfähiges Material in das Umspannwerk geschossen. Dadurch sollte ein Kurzschluss und in weiterer Folge ein großflächiger Stromausfall ausgelöst werden. Ein Kraftwerksblock fiel kurzzeitig aus, ein größerer Blackout konnte jedoch verhindert werden.
Das deutsche Innenministerium warnte am Donnerstag dennoch vor einer aktuell hohen Gefahr für kritische Infrastruktur. "Grundsätzlich sind jedoch die Betreiber für den Schutz ihrer jeweiligen Einrichtungen verantwortlich", sagte ein Sprecher. Sicherheitsbehörden unterstützen die Unternehmen unter anderem mit Sicherheitshinweisen, Briefings und Informationen zur Sabotagegefahr.
Das im März 2026 in Kraft getretene Kritis-Dachgesetz sieht erstmals bundesweite und branchenübergreifende Mindestanforderungen für den physischen Schutz kritischer Infrastruktur vor. Die dafür nötigen Rechtsverordnungen fehlen bislang. Einen Zeitplan nannte das Innenministerium nicht. "Die Bundesregierung arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung des Kritis-Dachgesetzes", erklärte der Sprecher.