Er plante Bomben-Anschlag auf Twitter und Facebook

Das FBI fand bei Ian Benjamin Rogers vier Rohrbomben, Waffen und 15.000 Schuss Munition. Er hatte Twitter und Facebook im Visier.

Das FBI beschuldigt Ian Benjamin Rogers, Anschläge gegen einen demokratischen Politiker und Hauptquartiere von Twitter und Google in San Francisco geplant zu haben. Das Ziel des Mannes aus Napa County: zu verhindern, dass der abgewählte US-Präsident Donald Trump seine Macht abgeben muss. So steht es in der Strafanzeige.

In Rogers Haus und seiner Autoreparaturwerkstatt fanden Beamte am 15. Jänner fünf Rohrbomben, 49 Gewehre, 15.000 Runden Munition, ein Maschinengewehr ("a very high power machine gun") und weitere Waffen. Zudem entdeckten die Ermittler bei Rogers eine Tasche, den sie als "Go Bag" bezeichneten. Sie war gefüllt mit Waffen, Munition, Schutzweste, Masken und einem Greifhaken.

"Dann vielleicht die Büros vom Vogel und Face"

Der 43-Jährige besaß auch einen "Ausweis": eine "White Privilege Card". Auf seinem Handy fanden sich Nachrichten wie: "Wir können easy Twitter oder die Demokraten angreifen" oder "Ich denke, zuerst Sac-Büro, dann vielleicht die Büros vom Vogel und Face."

Eine Ermittlerin des FBI gab zu Protokoll, man gehe davon aus, dass mit "Sac" das Sacramento-Büro des demokratischen Gouverneurs Gavin Newsom gemeint war. Und dass Rogers die Räumlichkeiten von Twitter und Facebook im Visier gehabt habe, weil die Social-Media-Unternehmen die Konten von Donald Trump wegen dessen Falschaussagen und hetzerischen Aufrufen gesperrt hatten. Er werde "nicht kampflos aufgeben", schrieb Rogers in anderen Textnachrichten.

Der Verdächtige: Ian Benjamin Rogers.
Der Verdächtige: Ian Benjamin Rogers.FBI

Ein "Three Percenter"

Der mutmaßliche Rechtsextreme sagte dem FBI, er habe die Rohrbomben "zu Unterhaltungszwecken" gebaut. Die Rohrbomben waren aus galvanisiertem Stahl gefertigt und hätten in einem Radius von eineinhalb Metern Tote und in einem Radius von rund 8 Metern Verletzte fordern können, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Ein Aufkleber auf seinem Wagen weist den Kalifornier als Sympathisant der "Three Percenter" aus – eine landesweite Gruppierung, deren Mitglieder sich als "Kämpfer für den 2. Verfassungsartikel" (keine Einschränkung beim Besitz und Tragen von Waffen durch die Bundesregierung) sehen.

Die Wut ist nicht verraucht

Wie andere US-Staatshauptstädte hat das kalifornische Sacramento seine Sicherheit verschärft, seit Trump-Anhänger, darunter Rechtsextreme und Q-Fanatiker, Anfang Januar das Capitol in Washington gestürmt hatten. Seit den Wahlen sei es in Sacramento während Wochen zu Aufmärschen gekommen, so die "Los Angeles Times" weiter.

Verraucht ist die Wut rechter Anti-Regierungsmilizen nicht. Sie richtet sich laut "Los Angeles Times" gegen jene Gouverneure, die angesichts der hohen Corona-Zahlen in ihren Bundesstaaten Lockdowns durchsetzten. Denn diese Regierungsvertreter, so die Argumentation, verletzten mit den Schutzmaßnahmen die individuellen Rechte und würden ihre Machtbefugnis übertreten, was sie zu Tyrannen mache.

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