Politik

Anschober sagt, was ihm am meisten Sorgen bereitet

Gesundheitsminister Anschober stellt klar, dass die Zahlen noch immer viel zu hoch sind und appelliert an die Bevölkerung, sich testen zu lassen.
André Wilding
09.12.2020, 13:36

Die Regierung versammelte sich am Mittwochvormittag zu einem Ministerrat im Bundeskanzleramt. Anschließend traten Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer vor die Presse und informierten über die Corona-Situation im Land.

Anschober stellte gleich zu Beginn seines Statements klar, dass der Lockdown im Land gut gewirkt habe. "Wir haben eine deutliche Verbesserung", so der Gesundheitsminister. Die nächsten vier Wochen werden - auch aufgrund der Einkaufs- und Feiertagen, aber eine schwierige Phase.

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"Corona-Zahlen sind weiter viel zu hoch"

"Wir gehen davon aus, dass die Auswirkungen des Lockdowns noch zehn Tage anhalten werden. Wir erwarten uns daher noch eine spürbare Absenkung", erklärte Anschober weiter. Er erwarte sich, dass "wir in dieser Woche noch unter 2.000 neue Fälle kommen". Die Richtung stimme zwar, die Zahlen seien aber dennoch "viel zu hoch".

Die gute Nachricht: Im Bereich der 7-Tages-Inzidienz wurde ein starker Rückgang verzeichnet. 522 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner waren es zu Beginn des Lockdowns, heute sei man bei 237. "Der Lockdown hat sich niedergeschlagen, der Trend geht in die richtige Richtung".

Gesundheitsminister Rudolf Anschober zeigt sich angesichts der sinkenden Zahlen in Österreich also noch nicht gänzlich zufrieden und stellt klar: "Am meisten Sorgen bereitet mir der intensivmedizinische Bereich." 610 Corona-Patienten kämpfen derzeit auf der Intensivstation um ihr Leben, 800 bis 850 Betten seien laut Anschober die absolute Grenze.

Zahl der Todesfälle "nicht zu akzeptieren"

"Es ist eine akute Stresssituationen in den Spitälern und Intensivstationen und das halten wir nicht lange aus. Wir müssen mit den Zahlen runter", so der Gesundheitsminister. Auch die Zahl der Todesfälle sei weiterhin viel zu hoch. "Wir sind zwar unter 100, aber es sind dennoch so viel, wie man es nicht akzeptieren kann."

Es werde notwendig sein, in den nächsten Tagen "sehr bewusst und sehr kontrolliert vorzugehen". Man überlege gerade eine ganze Reihe an Kontrollreihen, die Massentests in den Bundesländern seien aber ein guter zeitnaher Indikator. Anschober appellierte daher weiterhin, sich testen zu lassen.