Anschober zu Lockdown: "Müssen Notbremse ziehen"

Gesundheitsminister Rudi Anschober.
Gesundheitsminister Rudi Anschober.apa/picturedesk ("Heute"-Montage)
"Die Politik muss alle erforderlichen Maßnahmen setzen, damit es nirgendwo zum Kollaps in den Intensivstationen kommt", stellt Rudi Anschober klar.

"Österreich ist wie viele europäische Staaten mittlerweile mitten in der 3.Welle. Die Infektionszahlen in Österreich steigen zwar nicht so schnell wie im Herbst, aber sie steigen stark an. Der entscheidende Unterschied zum Herbst: Jetzt ist das Infektionsgeschehen dominiert von der britischen Variante, die ansteckender ist, die dynamischer ist und die vor allem zu deutlich schwereren Krankheitsverläufen und auch stärker zu schweren Erkrankungen bei jüngeren Betroffenen führt", warnt Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

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Die Ausbreitung der britischen Variante liegt im Burgenland bereits bei 95 Prozent, in Kärnten bei 84 Prozent, in Wien bei 80 Prozent und in Niederösterreich bei 75 Prozent. Im österreichischen Durchschnitt bereits bei 74 Prozent.

Anschober: "Die Infektionszahlen und auch die Belastungszahlen in den Intensivstationen sind regional extrem unterschiedlich. Daher wird es morgen maßgeschneidert sehr unterschiedliche Maßnahmen für unterschiedliche Regionen brauchen. Jedenfalls muss mit den Maßnahmen sichergestellt sein, dass es nirgendwo in Österreich zu einem Kollaps in den Intensivstationen kommt – harte Triagen dürfen in Österreich niemals Wirklichkeit werden."

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Ostösterreich besonders stark betroffen

In einzelnen Regionen erinnere die Lage nicht nur an den Herbst, "sondern könnte sogar dramatischer werden, wenn kein ausreichendes Gegensteuern beschlossen werden würde", stellt Anschober weiter klar.

Am Sonntag müssen in Österreich insgesamt 410 schwer erkrankte Corona-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden, das sind 16 mehr als am gestrigen Samstag. In der vergangenen Woche ist das ein weiterer Zuwachs von rund 14 Prozent. Die Prognose geht von einem weiteren Zuwachs bis Monatsende auf 515 ICU-PatientInnen aus. Der sogenannte Bremsweg, die Zeitdauer der Wirksamkeit von gesetzten Maßnahmen auf den Belag in den Intensivstationen wird auf fast drei Wochen geschätzt.

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Aktuell ist Ostösterreich durch die starke Dominanz der britischen Variante besonders stark betroffen. In Niederösterreich etwa lag der Höchststand im vergangenen Herbst bei 115 Patienten, am Sonntag werden 80 schwer an COVID-Erkrankte in ICU betreut. Wien – immer auch Behandlungszentrum für weite Teile Ostösterreichs – meldet mittlerweile 152 COVID-PatientInnen in ICU, im Herbst lag der Höchststand bei 162.

"Situation in Intensivstationen wird dramatisch"

"Die Situation in vielen Intensivstationen wird dramatisch, wenn nicht sehr rasch in den hauptbetroffenen Regionen starke und effektive Gegenmaßnahmen gesetzt werden. Wir müssen den Mut haben, in einzelnen besonders stark betroffenen Regionen die Notbremse zu ziehen", so der Gesundheitsminister.

Anschober verweist auch auf die aktuelle Diskussion in Deutschland, das ebenfalls Zuwächse aufweist, aber im Bundesschnitt nicht einmal die Hälfte der 7-Tages-Inzidenze Österreichs aufweist. Dennoch werden nun vielfach wegen der Zuwächse Verschärfungen eingefordert, über die morgen entschieden werden soll.

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