Staatsanwaltschaft prüft

Kammerboss Ruck und Bürgermeister Ludwig angezeigt

Nach dem Rücktritt von Walter Ruck wird nun gegen ihn und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig wegen Amtsmissbrauchs ermittelt.
Newsdesk Heute
13.08.2026, 15:19
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Rund zwei Wochen nach dem Rücktritt von Walter Ruck als Präsident der Wiener Wirtschaftskammer hat die Staatsanwaltschaft Wien bestätigt, dass eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs eingelangt ist. Neben dem ehemaligen ÖVP-Politiker steht auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im Fokus der Ermittlungen.

Beide Politiker werden beschuldigt, ihre Ämter missbraucht zu haben. Die Justiz prüft derzeit, ob ein Anfangsverdacht vorliegt und welche Behörde zuständig ist. Die Affäre reicht zurück bis zu den Enthüllungen rund um die sogenannten Kammer-Karrieren innerhalb der Familie Ruck, die Anfang des Jahres bekannt wurden.

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Wie die "Krone" berichtet, war ein geleaktes Protokoll aus dem Jahr 2025 der Auslöser für die aktuelle Entwicklung. Demnach soll Ruck den früheren ÖVP-Gemeinderat Manfred Juraczka als Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien installiert haben – nach einem Gespräch mit Ludwig im Schweizerhaus. Beide Betroffenen weisen die Vorwürfe zurück. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Streit um Traumazentrum Meidling

Im Zentrum weiterer Kritik stehen Aussagen von Ruck zum Bau des neuen Traumazentrums Meidling. Laut Informationen soll eine Stadträtin ursprünglich einen Architekturwettbewerb gefordert haben, doch Ruck habe das Verfahren laut eigenen Angaben durch einen sogenannten Einseiter beschleunigt. Ludwig habe das Anliegen an einen Manager der Stadt weitergeleitet, woraufhin das Projekt nach etwa einem Monat genehmigt wurde. Verzögerungen hätten laut Ruck bis zu 120 Millionen Euro gekostet.

Stadt Wien weist Vorwürfe zurück

Aus dem Wiener Rathaus heißt es, einen Einseiter kenne man nicht. 2020 wurde ein Widmungsantrag für die Errichtung eines Rehabilitationszentrums gestellt. Angesichts der Dimension des Projekts habe die Stadt einen Architekturwettbewerb verlangt. Das Flächenwidmungsverfahren wurde im September 2023 abgeschlossen. Ob tatsächlich ein Fehlverhalten vorliegt, ist laut aktuellem Stand offen.

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