Der Wirbel um den Wiener Wirtschaftskammer-Präsidenten Walter Ruck (ÖVP) reißt nicht ab. Dieser hatte in einem geleakten Gesprächsprotokoll offen über Postendeals gesprochen und ein mehr als problematisches Frauenbild offenbart. Jetzt schaltet sich auch der grüne Vize-Klubobmann Werner Kogler in die Debatte ein.
Die jüngsten Enthüllungen rund um Ruck würden ein alarmierendes Licht auf potenziellen Machtmissbrauch, Postenschacher und sexistische Entgleisungen werfen. Für die Grünen sei daher klar: Die Causa ist längst keine reine Angelegenheit der Wirtschaftskammer mehr.
"Walter Ruck ist nicht irgendein Funktionär. Er gehört seit Jahren zu den einflussreichsten Machtfaktoren in Wien und pflegt enge Beziehungen bis ins Wiener Rathaus. Umso erstaunlicher ist, dass die SPÖ zu dieser Causa bislang keine klare Haltung erkennen lässt", nimmt der Grüne auch die Roten in die Pflicht.
"Wenn so schwere Vorwürfe im Raum stehen, und der Bürgermeister (Michael Ludwig, Anm.) und Verkehrsminister (Peter Hanke, Anm.) selbst in den Protokollen aufscheinen, kann man nicht einfach so tun, als ginge einen das nichts an", fordert er entsprechende Klarstellungen seitens der beiden SPÖ-Granden.
„Ein Rücktritt des Wiener Wirtschaftskammer-Präsidenten ist überfällig.“Werner KoglerKlubobmann-Stellvertreter, Die Grünen
Für Kogler steht aber eines fest: "Ein Rücktritt des Wiener Wirtschaftskammer-Präsidenten ist überfällig. Wer ein solches Politikverständnis offenbart, kann nicht glaubwürdig an der Spitze der Wirtschaftskammer bleiben."
Fakt sei aber auch, dass die SPÖ unter Zugzwang stehe. "Bürgermeister Ludwig, Verkehrsminister Hanke und SPÖ-Chef Andreas Babler können sich nicht auf den Standpunkt zurückziehen, dass sie das alles nichts angeht. Denn Rucks Macht und Einfluss sind durch seine gute Beziehung in die Wiener SPÖ bedingt – ohne die Verbindungen ins Bürgermeisterbüro, könnte sich Walter Ruck seine Machtfantasien aufzeichnen", so Kogler.