"Hochgradig ungerecht"

Darum ziehen die Grünen mit Thermometern durchs Land

Die Grünen schlagen wegen der hohen Temperaturen im Land Alarm. Parteichefin Leonore Gewessler präsentierte daher einen Fünf-Punkte-Plan gegen Hitze.
Newsdesk Heute
14.07.2026, 15:24
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Am Dienstag stand Grünen-Chefin Leonore Gewessler, mit einem Infrarot-Thermometer bewaffnet, auf einem betonierten Platz in St. Marx (Wien-Landstraße). Bereits in den Vormittagsstunden wurde auf dem Boden 41, 9 Grad gemessen.

Für die Grüne Klubobfrau ist dies besorgniserregend und Grund zum Anlass, eine neue Kampagne zu starten. Unter dem Motto "Hochgradig ungerecht" wollen die Grünen im Sommer in ganz Österreich unterwegs sein, um aufzuzeigen, wie sehr sich das Land aufheizt.

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Vorwürfe gegen Regierung

Im Rahmen der Präsentation teilte Gewessler auch heftig gegen die Bundesregierung aus. "Es ist hochgradig ungerecht, wer bei dieser Hitze schutzlos bleibt: Kinder im Kindergarten, alte Menschen im Pflegeheim, Bauarbeiter auf der Baustelle", so die Grüne.

Laut Gewessler seien gerade die Gruppen betroffen, die sich am wenigsten wehren können. Sie würden von der "Regierung im Stich" gelassen werden. Die Grünen-Chefin warf der ÖVP, SPÖ und NEOS vor, "in die Sommerfrische gefahren" zu sein, ohne einen Plan für den Hitzeschutz vorzulegen.

Des Weiteren würde die Regierung die Klima-Krise noch verschärfen. Als Beispiel nannte Gewessler den geplanten Lobautunnel. Deswegen präsentierten die Grünen nun ihren Fünf-Punkte-Plan für "langfristigen Hitzeschutz".

So sieht der Plan aus

  • Klimaanlagen und Hitzeschutz für Schulen, Kindergärten, Spitäler und Pflegeheime
  • Freibäder für alle: mehr Geld für die Gemeinden, um bestehende Freibäder zu sichern und freien Eintritt ab 35 Grad
  • Kühle Oasen statt Hitzeinseln: Trinkbrunnen auf jedem Hauptplatz, 1 Million neue Bäume in den Städten und Gemeinden bis 2030
  • Hitzeschutz in deiner Nähe: an heißen Tagen für alle zugängliche öffentliche Gebäude in jeder Gemeinde und jedem Bezirk – zum Beispiel Gemeindeämter, Kirchen und Pfarrhöfe.
  • Klimaschutz und Renaturierung: jetzt entschieden Wind- und Sonnenenergie ausbauen und kühlenden Gewässern wieder ihren natürlichen Raum zurückgeben

So soll der Plan finanziert werden

Diese Maßnahmen kosten natürlich Geld. Laut Gewessler soll der Großteil davon durch die Streichung der "neu eingeführten Millionenförderung für emissionsstarke Pick-Up-Trucks" finanziert werden.

Um mehr Druck auf die Regierung auszuüben, starten die Grünen im Zuge der Kampagne auch eine Petition. Mit dieser könne die Bevölkerung den Fünf-Punkte-Plan der Partei unterstützen. "Je mehr Menschen unterschreiben, desto schwerer wird es für die Regierung, weiter den Kopf in den heißen Sand zu stecken", sagte Gewessler.

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