Am Dienstag stand Grünen-Chefin Leonore Gewessler, mit einem Infrarot-Thermometer bewaffnet, auf einem betonierten Platz in St. Marx (Wien-Landstraße). Bereits in den Vormittagsstunden wurde auf dem Boden 41, 9 Grad gemessen.
Für die Grüne Klubobfrau ist dies besorgniserregend und Grund zum Anlass, eine neue Kampagne zu starten. Unter dem Motto "Hochgradig ungerecht" wollen die Grünen im Sommer in ganz Österreich unterwegs sein, um aufzuzeigen, wie sehr sich das Land aufheizt.
Im Rahmen der Präsentation teilte Gewessler auch heftig gegen die Bundesregierung aus. "Es ist hochgradig ungerecht, wer bei dieser Hitze schutzlos bleibt: Kinder im Kindergarten, alte Menschen im Pflegeheim, Bauarbeiter auf der Baustelle", so die Grüne.
Laut Gewessler seien gerade die Gruppen betroffen, die sich am wenigsten wehren können. Sie würden von der "Regierung im Stich" gelassen werden. Die Grünen-Chefin warf der ÖVP, SPÖ und NEOS vor, "in die Sommerfrische gefahren" zu sein, ohne einen Plan für den Hitzeschutz vorzulegen.
Des Weiteren würde die Regierung die Klima-Krise noch verschärfen. Als Beispiel nannte Gewessler den geplanten Lobautunnel. Deswegen präsentierten die Grünen nun ihren Fünf-Punkte-Plan für "langfristigen Hitzeschutz".
Diese Maßnahmen kosten natürlich Geld. Laut Gewessler soll der Großteil davon durch die Streichung der "neu eingeführten Millionenförderung für emissionsstarke Pick-Up-Trucks" finanziert werden.
Um mehr Druck auf die Regierung auszuüben, starten die Grünen im Zuge der Kampagne auch eine Petition. Mit dieser könne die Bevölkerung den Fünf-Punkte-Plan der Partei unterstützen. "Je mehr Menschen unterschreiben, desto schwerer wird es für die Regierung, weiter den Kopf in den heißen Sand zu stecken", sagte Gewessler.