Gewerkschaft schlägt Alarm

"Politisches Versagen": ÖGB reagiert auf Jugendmonitor

Wie zuversichtlich junge Menschen in die Zukunft blicken, hängt in Österreich zunehmend von ihrer sozialen Herkunft ab, zeigt der AK Jugendmonitor.
Newsdesk Heute
14.07.2026, 14:00
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

"Es ist ein Alarmsignal für unsere Gesellschaft, wenn sogar Hoffnung und Optimismus vom Geldbörsel der Eltern abhängen. Wer jung ist, will sich etwas aufbauen – doch immer mehr junge Menschen erleben, dass ihnen genau das verwehrt wird. Das ist keine persönliche Krise, sondern politisches Versagen", sagt Laura Zandonella, stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), zum heute präsentierten AK Jugendmonitor.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Für 39 Prozent der jungen Leute sind die steigenden Lebenshaltungskosten das dringendste politische Problem. 24 Prozent wünschen sich bessere Bildung, Ausbildung und sichere Arbeitsplätze. Der Jugendmonitor zeigt aber auch, dass nur 38 Prozent der jungen Menschen, die finanziell schlechter gestellt sind, optimistisch in die Zukunft blicken. Bei den finanziell gut abgesicherten Jugendlichen sind es hingegen 82 Prozent.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Es darf nicht die soziale Lage darüber entscheiden, ob junge Menschen an ihre Zukunft glauben können. Wer sich keine Ausbildung leisten kann, keinen leistbaren Wohnraum findet oder von einem befristeten Job zum nächsten rutscht, verliert nicht nur Chancen, sondern auch Vertrauen in Politik und Demokratie", erklärt Zandonella weiter.

Die ÖGJ fordert daher entschlossene Maßnahmen gegen die Teuerung, mehr Investitionen in Bildung und Ausbildung, ausreichend leistbaren Wohnraum, sichere und faire Arbeitsplätze sowie echte Mitbestimmung für junge Menschen.

"Junge Menschen wollen nicht auf bessere Zeiten warten – sie wollen ihre Zukunft selbst gestalten und mitbestimmen. Dafür braucht es eine Politik, die ihnen Perspektiven gibt, statt ihnen ständig neue Hürden in den Weg zu stellen. Wer die Zuversicht einer ganzen Generation verspielt, gefährdet den sozialen Zusammenhalt von morgen", betont Zandonella abschließend.

Der AK Jugendmonitor untersucht nach 2024 bereits zum zweiten Mal die Lebenssituation der 16- bis 29-Jährigen in Österreich. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie soziale Ungleichheit die Lebensrealitäten, Haltungen und Erwartungen der jungen Menschen prägt. Datengrundlage ist eine repräsentative Befragung von 1.506 16- bis 29-Jährigen, die im Februar und März 2026 durchgeführt wurde.

Weitere Informationen zum Jugenmonitor gibt es unter https://emedien.arbeiterkammer.at.

{title && {title} } red, {title && {title} } 14.07.2026, 14:00
Jetzt E-Paper lesen