Gegen Abschaffung

Debatte um Mediziner Test: Wiener ÖH bezieht Stellung

Die Diskussion um den MedAT greift laut ÖH zu kurz: Der wahre Engpass für angehende Mediziner liegt vielmehr in der Basisausbildung nach dem Studium.
Heute Life
03.07.2026, 13:48
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Am Freitag, 3. Juli 2026, steht in ganz Österreich wieder der große Aufnahmetest für das Medizin- und Zahnmedizinstudium, der MedAT, am Programm. Heuer wollen 16.880 Interessierte einen der begehrten Plätze ergattern – das sind um rund 1.200 mehr als im Vorjahr. Insgesamt gibt es österreichweit 1.950 Studienplätze, davon 784 in Wien. Damit kommen rein rechnerisch mehr als acht Bewerber auf einen einzigen Platz.

Im Vorfeld des Tests wird erneut darüber diskutiert, den MedAT abzuschaffen – zuletzt von der ÖH-Bundesvertretung. Laut einer OTS-Aussendung sieht die ÖH Med Wien das aber ganz anders und stellt klar: Diese Diskussion wird am falschen Ort geführt.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Lösungen statt "Populismus"

"Den MedAT abzuschaffen, ohne ein einziges tragfähiges Alternativmodell auf den Tisch zu legen, ist keine bildungspolitische Forderung – das ist Populismus auf dem Rücken der Studienwerber:innen", sagt Natascha Hett, Vorsitzende der ÖH Med Wien.

"Wer den MedAT pauschal abschaffen will, muss erklären, wie sonst 1.950 Plätze unter mehr als 16.000 Bewerber:innen fair vergeben werden sollen. Ohne ein objektives, einheitliches Auswahlkriterium droht eine Verlagerung auf intransparente oder willkürliche Verfahren, die niemandem dienen", so Anant Thind, 2. stellvertretender Vorsitzender der ÖH Med Wien.

Soziale Ungleichheit

Dass der MedAT soziale Ungleichheiten widerspiegelt, wird nicht abgestritten – diese Selektion beginne aber schon viel früher, nämlich im Schulsystem. Den MedAT allein dafür verantwortlich zu machen, greife laut ÖH Med Wien zu kurz und lenke von den eigentlichen Ursachen ab.

"Wir können das Schulsystem nicht von heute auf morgen ändern – aber wir können alles dafür tun, dass beim Test selbst so wenig Ungleichheit wie möglich entsteht", erklärt Olivia Detzlhofer, 1. stellvertretende Vorsitzende der ÖH Med Wien. Mit kostenlosen Lernunterlagen, Testsimulationen und Vor-Ort-Kursen will man genau das erreichen und jenen helfen, die im Schulsystem weniger Unterstützung bekommen haben.

Flaschenhals Basisausbildung

Die ÖH Med Wien ist überzeugt: Weder die Abschaffung des MedAT noch eine bloße Erhöhung der Studienplätze wird das Problem mit fehlenden Ärztinnen und Ärzten in Österreich langfristig lösen. Das eigentliche Nadelöhr liegt nach dem Studium – bei der verpflichtenden Basisausbildung.

Viele Jungmediziner werden direkt nach dem Abschluss ausgebremst, weil es zu wenig Ausbildungsplätze gibt, obwohl viele Inhalte schon im Klinisch-Praktischen Jahr abgedeckt werden. Das führt zu langen Wartezeiten, und viele frisch ausgebildete Mediziner wandern ins Ausland ab. Mehr Studienplätze ohne eine echte Reform der Basisausbildung verschieben das Problem nur um sechs Jahre nach hinten. Das spüren mittlerweile alle Unistandorte in Österreich, nicht nur Wien.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.07.2026, 13:48
Jetzt E-Paper lesen