Junge Kärntner plagen große Sorgen. Das zeigt die neue Jugendstudie "Sag uns, was geht" der Arbeiterkammer Kärnten, bei der 14- bis 25-Jährige befragt wurden.
Mehr als ein Drittel der Befragten gibt an, mit der eigenen finanziellen Situation unzufrieden zu sein. Besonders alarmierend: Bei fast jedem Fünften reicht das Einkommen nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken.
"Zufriedenheit muss man sich leisten können", bringt es Studienleiterin Martina Zandonella vom Foresight Institut auf den Punkt.
Vor allem die steigenden Lebenshaltungskosten setzen der Jugend zu. 48 Prozent fühlen sich durch die Preise für Lebensmittel stark belastet. Dahinter folgen die Kosten für Heizen und Strom mit 46 Prozent sowie die Wohnkosten mit 40 Prozent.
Entsprechend zählen die allgemeinen Lebenshaltungskosten zu den größten Sorgen. Auch Zukunftsängste beschäftigen viele junge Menschen. Prüfungs- und Leistungsdruck liegen in der Studie deutlich dahinter.
Die finanziellen Belastungen wirken sich auch auf die psychische Gesundheit aus. Drei von zehn Jugendlichen geben an, dass es ihnen derzeit psychisch nicht gut geht.
Obwohl die Verbundenheit mit der Heimat groß ist, denkt jeder Zehnte über einen Wegzug nach. Besonders betroffen sind Studierende und junge Frauen. Viele von ihnen wollen Kärnten sogar ganz verlassen.
AK-Präsident Günther Goach sieht dafür vor allem strukturelle Gründe: "Gesucht werden bessere Zukunftsaussichten bei Ausbildung und Arbeit sowie eine modernere Infrastruktur."
Zwei Drittel der Jugendlichen pendeln für Ausbildung oder Arbeit in eine andere Gemeinde. Gleichzeitig herrscht große Unzufriedenheit mit dem Freizeitangebot, den Weiterbildungsmöglichkeiten und dem Mangel an leistbarem Wohnraum.
Als Konsequenz fordert die Arbeiterkammer unter anderem mehr leistbaren Wohnraum, einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs, bessere Bildungsangebote in den Regionen sowie zusätzliche Unterstützung für die psychische Gesundheit junger Menschen.