Inflation bei 3,7 Prozent

Teuer-Hammer – Fliegen lässt Inflation explodieren

Die Inflation in Österreich ist im Mai auf 3,7 Prozent gestiegen. Haupttreiber waren Flugtickets, Treibstoffe und Heizöl.
Team Wirtschaft
21.06.2026, 13:38
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Die Teuerung in Österreich zieht wieder an. Im Mai 2026 waren die Preise im Schnitt um 3,7 Prozent höher als ein Jahr davor. Im April hatte die Inflation noch 3,4 Prozent betragen.

Im Vergleich zum Vormonat April stieg das durchschnittliche Preisniveau im Mai um 0,1 Prozent. "Wie in der Schnellschätzung Anfang Juni erwartet, ist die Inflation in Österreich im Mai 2026 auf 3,7 Prozent gestiegen. Im April 2026 hatte sie 3,4 Prozent betragen", sagt Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.

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Flugtickets haben Inflation hochgetrieben

"Vor allem Preissprünge bei Flügen waren für die Erhöhung der Inflationsrate verantwortlich", so Lenk. Ohne die Preisentwicklung bei Flugtickets hätte die Inflation nicht bei 3,7 Prozent, sondern bei 3,5 Prozent gelegen. Dadurch habe der Dienstleistungsbereich seinen Anteil als wichtigster Preistreiber weiter ausgebaut.

Treibstoffe und Heizöl hätten sich laut Manuela Lenk weniger stark verteuert, würden aber immer noch einen ganzen Prozentpunkt zur Inflation beitragen. Bei Nahrungsmitteln sei die Teuerung hingegen deutlich geringer als die Gesamtinflation.

Ausgabengruppe Verkehr mit +8,8 Prozent

Besonders stark legten die Preise im Bereich Verkehr zu. Sie stiegen im Mai im Schnitt um 8,8 Prozent. Im April waren es noch 7,7 Prozent. Damit war Verkehr der größte Inflationstreiber im Jahresvergleich.

Ausschlaggebend waren die Flugtickets. Sie verteuerten sich um 13,8 Prozent. Im April waren sie im Jahresvergleich noch um 7,5 Prozent billiger. Auch der Preisdruck bei Treibstoffen blieb hoch: Sie kosteten um 26,5 Prozent mehr als ein Jahr davor. Für Reparaturen privater Verkehrsmittel zahlte man um 4,3 Prozent mehr.

Bei Autos fiel die Teuerung moderater aus. Gebrauchte Kraftwagen wurden um 2,6 Prozent teurer, neue Pkw um 1,2 Prozent.

Neumieten legten um 5,1 Prozent zu

Auch Wohnen blieb ein wesentlicher Kostentreiber. Die Preise für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe stiegen im Mai im Schnitt um 3,3 Prozent. Die Mieten inklusive Neuvermietungen zogen um 5,1 Prozent an, fast gleich stark wie im April.

Die Instandhaltung von Wohnungen wurde um 3,1 Prozent teurer. Haushaltsenergie stieg hingegen nur um 0,9 Prozent und damit schwächer als im April. Grund dafür war unter anderem, dass Heizöl zwar weiter massiv teurer blieb, der Preissprung aber etwas kleiner ausfiel. Heizöl kostete im Mai um 53,7 Prozent mehr als ein Jahr davor, im April waren es noch 62,6 Prozent.

Strom wurde sogar um 10,3 Prozent günstiger

Strom wirkte weiter preisdämpfend. Die Gesamtkosten für elektrischen Strom lagen um 10,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Laut Statistik Austria wirkten hier unter anderem die seit Jänner geltenden Reduzierungen bei Elektrizitätsabgabe und Erneuerbaren-Förderbeitrag. Dazu kamen ab April weitere dämpfende Effekte durch einen Sozialtarif für von der ORF-Gebühr befreite Haushalte sowie durch den Sommer-Netztarif.

Gastro & Hotellerie schlugen wieder voll zu

In der Gastronomie und Beherbergung stiegen die Preise um 4,7 Prozent. Damit fiel der Anstieg etwas niedriger aus als im April mit 4,9 Prozent. In der Gastronomie selbst lag das Plus bei 4,9 Prozent, Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich um 4,8 Prozent.

Bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken fiel die Teuerung mit 2,2 Prozent niedriger aus als die Gesamtinflation. Im April waren es noch 2,4 Prozent. Alkoholfreie Getränke verteuerten sich nur um 1,4 Prozent, nach 3,2 Prozent im April. Kaffee blieb mit plus 5,4 Prozent allerdings weiter spürbar teurer.

Unterdurchschnittliche Plus bei Lebensmitteln

Bei Lebensmitteln stiegen die Preise um 2,3 Prozent. Besonders Zucker, Süßwaren und Desserts, Getreideprodukte sowie Obst legten stärker zu. Fleisch (+5,5 Prozent) verteuerte sich weniger stark als zuletzt. Auch bei Milch (±0,0 Prozent) und Eiern (+11,9 Prozent ging die Teuerungsrate verglichen mit April zurück. Gemüse blieb mit plus 0,4 Prozent ebenfalls fast stabil. Speisefette und Öle wurden sogar um 9,8 Prozent billiger.

Im Gesundheitsbereich stiegen die Preise um 4,4 Prozent. Hauptverantwortlich waren ambulante Gesundheitsdienstleistungen, die um 7,4 Prozent teurer wurden. Stationäre Gesundheitsdienstleistungen kosteten um 5,0 Prozent mehr. Arzneimittel und Gesundheitsprodukte legten hingegen mit 1,2 Prozent nur leicht zu.

Flugtickets legten seit April sogar um 19,2 Prozent zu

Im Monatsvergleich von April auf Mai waren erneut Flugtickets der stärkste Preistreiber. Sie verteuerten sich im Schnitt um 19,2 Prozent. Gedämpft wurde die Monatsinflation hauptsächlich durch billigere Treibstoffe. Diese kosteten um 3,4 Prozent weniger als im April.

Auch nach europäischer Berechnung lag die Inflation im Mai bei 3,7 Prozent. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex stieg ebenfalls um 0,1 Prozent gegenüber April.

Wöchentlicher um 5,8 Prozent teurer

Ein Blick auf den Alltag zeigt ein gemischtes Bild. Der Mikrowarenkorb, der den täglichen Einkauf abbildet, stieg im Jahresvergleich nur um 0,5 Prozent. Dazu zählen vor allem Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder der Kaffee im Kaffeehaus.

Der Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und auch Treibstoffe enthält, legte dagegen um 5,8 Prozent zu. Für viele Haushalte bleibt der Wocheneinkauf damit deutlich teurer als die offizielle Gesamtinflation.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } 21.06.2026, 13:38