Sonne, Meer und vergleichsweise günstige Preise: Genau das machte Kroatien über Jahre zu einem der beliebtesten Reiseziele Europas. Vor allem deutsche und österreichische Urlauber zog es an die Adriaküste, in historische Altstädte und zu leistbaren Ferienwohnungen. Doch genau dieser Preisvorteil gerät nun zunehmend ins Wanken.
Neue Zahlen des europäischen Statistikamts Eurostat zeigen: In Kroatien steigen die Preise derzeit deutlich schneller als im EU-Durchschnitt. Im April 2026 lag die Inflationsrate bei 5,4 Prozent – damit zählt das Land zu den teuersten Überraschungen Europas.
Während die Inflation in der gesamten Europäischen Union zuletzt bei 3,2 Prozent lag, kletterten die Preise in Kroatien wesentlich schneller nach oben. Nur Rumänien (9,5 Prozent) und Bulgarien (6,0 Prozent) verzeichneten noch höhere Werte.
Zum Vergleich: In Deutschland lag die Inflation bei 2,9 Prozent, in Italien bei 2,8 Prozent. In Österreich betrug sie 3,4 Prozent. Kroatien liegt damit klar über dem europäischen Schnitt – und das bekommen Urlauber zunehmend zu spüren.
Besonders kräftig zogen zuletzt die Preise für Unterkünfte, Restaurants und Lebensmittel an. Laut Reiseportal Kroati.de wurden manche Ferienwohnungen bereits 2023 um bis zu 50 Prozent teurer angeboten als noch im Jahr davor.
Auch Restaurantbesuche schlagen stärker zu Buche: Mittag- oder Abendessen verteuerten sich teils um bis zu 25 Prozent. Selbst Produkte des täglichen Bedarfs kosten mittlerweile vereinzelt mehr als in Österreich.
Als Gründe gelten die allgemeine Inflation, höhere Energie- und Transportkosten sowie steigende Löhne.